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15.08.2012

03:07 Uhr

Urteil in Brasilien

Arbeiten an Amazonas-Staudamm müssen ruhen

Brasilien braucht Energie. Die soll ein Wasserkraftwerk im Amazonasgebiet liefern - mit dem drittgrößten Staudamm der Welt. Umweltschützer und Ureinwohner stemmten sich dagegen. Jetzt erstritten sie einen Baustopp.

Luftbild von Amazon Watch, das Aktivisten bei der symbolischen Besetzung eines Erddamms am Xingu zeigt. AFP

Luftbild von Amazon Watch, das Aktivisten bei der symbolischen Besetzung eines Erddamms am Xingu zeigt.

BrasiliaErneut hat ein brasilianisches Gericht einen Stopp der Bauarbeiten an dem umstrittenen Staudamm Belo Monte im Amazonasgebiet angeordnet. Die Justiz gab damit am Dienstag einem entsprechenden Antrag des Bundesstaats Pará statt, der moniert hatte, dass die Ureinwohner der Region vor dem Beginn der Bauarbeiten nicht angehört worden seien.

Als das Parlament im Jahr 2005 das Projekt genehmigt habe, habe es eine Untersuchung möglicher negativer Folgen für die Umwelt nach Beginn der Bauarbeiten gefordert. Dies sei aber im Vorfeld nötig gewesen, erklärte das Gericht.

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Dem Baukonsortium Norte Energía wurden daher nun unter Androhung hoher Strafzahlungen die Arbeiten untersagt. Zuerst müssten die Ureinwohner vom Parlament gehört werden, so wie es die Verfassung vorsehe, urteilte das Gericht. Norte Energía kann gegen das Urteil aber Berufung einlegen.

Der Bau des Staudamms ist seit jeher umstritten. Bereits im September vergangenen Jahres hatte ein Gericht einen Baustopp verhängt und geurteilt, der Bau hindere die Ureinwohner am Fischen. Weil die Regierung sich weigerte, an einem Vermittlungstreffen teilzunehmen und die Arbeiten fortgeführt wurden, hatten hunderte Ureinwohner und Umweltschützer daraufhin den Staudamm mehrmals besetzt, zuletzt vor wenigen Wochen.

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Mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll das Wasserkraftwerk der drittgrößte Staudamm der Welt hinter dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem Itaipu-Staudamm an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay werden. Die Regierung sieht den Staudamm als zentral für die nationale Energieproduktion an. Umweltschützer warnen hingegen vor irreparablen Schäden am Ökosystem.

Von

afp

Kommentare (2)

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vandale

15.08.2012, 08:17 Uhr

Anscheinend expandieren die internationalen Oekokonzerne mit Grünen und Friedensparolen jetzt auch in Schwellenländer wie Brasilien um dort Schaden anzurichten, bzw. um auch dort lukrative "Fördermitgliedschaften" bzw. Umsätze zu generieren.

Grundsätzlich möchten die Brasilianer den gleichen Wohlstand geniessen wie die Nordamerikaner. Grosse Wasserkraftwerke sind wirtschaftlich und wahrscheinlich umweltfreundlicher als Kohlekraftwerke als naheliegendste Alternative. Andererseits verändern diese ganze Landstriche in klimatischer und sonstiger Hinsicht. Allerdings gibt es auch natürliche Seen wie den Bodensee, den Zürcher See, den Genfer See die einst durch die Eiszeiten geschaffen wurden.

Man kann hoffen dass das Projekt vielleicht ein wenig weniger grausam für die Landschaft bald realisiert wird und die Brasilianischen Konzerne keine "Fördermitgliedschaften" bei Oekokonzernen eingehen müssen.

Vandale

janzvolens

19.08.2012, 18:49 Uhr

Sehr klar analysiert! Von Brasiliens 27 politische Parteien (von rechts nach links) wollen 26 den Bau des Belo Monte Damm. Das Ringen hat geopolitische Hintergruende - die USA&Britanien und der Vatikan wollen ein schwaches Brasilien welches nicht als Kernelement eines "unabhaengigen" Suedamerikas wirken kann. Schon seit 1970 wird er Bau von Belo Monte unter der Leitung des katholischen Bischofs Erwin Kraeutler von Oestreich verhindert. Auch Bill Clinton and Arnold Schwarzenegger gehoeren zu der geopolitischen Operations gegen Belo Monte Damm als Entscheidungskampf fuer die geopolitische Unabhaengigkeit Brasiliens. Leider ist Deutschland dabei im Dienst der USA Geopolitik - leider in Brasilien und zum Nachteil der deutschen Wirtschaft! Im Fall Belo Monte: Die Turbinen, Bautransporter usw. sollten von deutschen Firmen kommen. Aber die deutsche Botschaft in Brasilia unterstuetz die NATO-NROs fuer die Laehmung der Entwicklung Brasiliens mit dem Vorwand "Indigenen und Umweltschutz".

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