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27.04.2012

14:19 Uhr

US-Autobauer

Europa macht Ford zu schaffen

Der schwächelnde Automarkt in Europa bremst Ford aus: Der US-Autobauer hat im ersten Quartal 2012 nur gut halb so viel Gewinn erzielt wie ein Jahr zuvor. Es gab aber auch andere Probleme.

Für Ford hat dieses Jahr schlechter begonnen als das vergangene. dapd

Für Ford hat dieses Jahr schlechter begonnen als das vergangene.

DetroitDem US-Autobauer Ford macht der stotternde europäische Automarkt schwer zu schaffen. Im ersten Quartal verlor der Konzern auf dem von der Schuldenkrise geplagten Kontinent operativ 149 Millionen Dollar oder umgerechnet 113 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Ford hier noch 293 Millionen Dollar verdient, war im weiteren Jahresverlauf mit fortschreitender Krise aber in die roten Zahlen abgerutscht.

Ford setzte in Europa in den ersten drei Monaten des Jahres 372.000 Wagen ab - und damit 60.000 weniger als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Freitag in Detroit mitteilte. Angesichts der Probleme hatten die Kölner Ford-Werke vor wenigen Tagen angekündigt, Kurzarbeit zu beantragen. Zwischen Mai und Oktober sollen die Bänder an einigen Tagen stillstehen. Betroffen sind etwa 4000 Mitarbeiter.

Auch in der Region Asien/Pazifik/Afrika musste Ford geringere Verkäufe und einen Verlust hinnehmen. Ein Grund war, dass die Neuauflage des wichtigen Pick-up-Trucks Ranger einen holprigen Start hinlegte. Das gut laufende Geschäft auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt konnte die Schwächen in den anderen Teilen der Welt letztlich nicht ausgleichen.

Der Gesamtumsatz von Ford fiel zu Jahresbeginn um zwei Prozent auf 32,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn halbierte sich beinahe auf unterm Strich 1,4 Milliarden Dollar. Neben den Verlusten sorgte auch eine höhere Steuerquote für den Einbruch. Dennoch konnte Ford besser abschneiden als Analysten erwartet hatten. Vorbörslich stieg die Aktie um zwei Prozent.

Der Rivale und Opel-Mutterkonzern General Motors kämpft mit den gleichen Problemen in Europa. Er legt am Donnerstag kommender Woche (3. Mai) seine Geschäftszahlen vor. Zu den wenigen Herstellern, die bislang weitgehend unbeschadet durch die europäische Schuldenkrise gefahren sind, gehört Volkswagen.

Ford geht davon aus, dass sich die eigene Lage in Europa frühestens im zweiten Halbjahr entspannt. Dann sollen nicht nur die Sparmaßnahmen voll greifen, sondern auch neue Modelle die Kunden anlocken. Von einem Gewinn in der Region hat sich der Konzern aber schon lange verabschiedet. Ford rechnet damit, im Gesamtjahr zwischen 500 Millionen und 600 Millionen Dollar in Europa zu verlieren.

Ford will allerdings seinen Marktanteil von 8,3 Prozent halten - auch die meisten Konkurrenten hatten zuletzt weniger Autos in Europa verkauft. In den USA verkaufte Ford im vergangenen Jahr 16,5 Prozent aller Wagen - und steht nun vor einem Luxusproblem: Die Nachfrage ist nach eigenen Angaben so stark, dass der Hersteller mit der Produktion kaum hinterher kommt. Deshalb rechnet Ford damit, daheim Marktanteile abgeben zu müssen. In den USA waren vor allem Chrysler und Volkswagen zuletzt rasant gewachsen.

Ford-Chef Alan Mulally räumte ein, dass das wirtschaftliche Umfeld „herausfordernd“ sei. Er versprach aber: „Wir gehen davon aus, dass 2012 ein solides Jahr wird.“ Mulally hat sich zum Ziel gesetzt, die weltweiten Verkäufe von im vergangenen Jahr 5,7 Millionen bis 2015 auf acht Millionen Stück hochzuschrauben. Die Amerikaner bauen derzeit ihre Fertigung in China massiv aus.

Von

dpa

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