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28.01.2011

15:09 Uhr

US-Autobauer

Ford beendet Rekordjahr überraschend schwach

Wegen einer Umschuldung hat der US-Autokonzern Ford im abgelaufenen Quartal einen Gewinneinbruch um 80 Prozent gemeldet. Im Jahresverlauf aber zeigt sich, dass Ford seit mehr als zehn Jahren nicht mehr so gut dastand wie jetzt.

Kühlergrill eines Ford F-150. Quelle: dapd

Kühlergrill eines Ford F-150.

DetroitEin Schuldenabbau und überraschende Verluste im Europa-Geschäft haben dem US-Autokonzern Ford einen kräftigen Gewinnrückgang eingebrockt. Das Unternehmen, das anders als die heimischen Rivalen Chrysler und General Motors in der Krise nicht vom Staat gerettet werden musste, verbuchte im vierten Quartal unter dem Strich einen Gewinneinbruch von 80 Prozent auf 190 Millionen Dollar. Die Kosten für die Umschuldung schlugen mit 960 Millionen Dollar zu Buche, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Enttäuschend entwickelte sich die Europatochter, die rote Zahlen schrieb. Zudem lasteten Investitionen in neue Produkte auf dem Ergebnis, mit dem Ford die Markterwartungen verfehlte. Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um sechs Prozent.


Auch ohne die Sonderposten verdiente Ford weniger als erwartet. Dazu trugen höhere Kosten für die Einführung neuer Modellreihen wie des Geländewagens Explorer bei. Die in Köln ansässige Europatochter verbuchte einen operativen Verlust von 51 Millionen Dollar. Experten hatten mit einem Gewinn gerechnet.

Der Ford-Marktanteil fiel in Europa um einen Punkt auf knapp acht Prozent. Ford führte dies auf den teilweisen Rückzug aus dem margenschwachen Geschäft in Europa und dem Ende staatlicher Kaufanreize wie der Abwrackprämie zurück. Auch der größte
US-Autobauer General Motors wird durch seine unrentable Europatochter Opel belastet.

Für 2010 wies Ford mit 6,6 Milliarden Dollar den höchsten Jahresgewinn seit 1999 aus. Die Schulden konnte das Unternehmen demnach im vergangenen Jahr um 14,5 Milliarden Dollar abbauen. Allein für Zinsen sind jährlich eine Milliarde Dollar weniger
fällig. Ford hatte im Jahr 2006 die meisten seiner Vermögenswerte verpfändet, um Kredite in Höhe von 23,5 Milliarden Dollar aufzunehmen. Das Geld steckte der Traditionskonzern in die Entwicklung neuer Produkte und kam so besser als Chrysler und GM durch die Krise.

Analyst Bernie McGinn von McGinn Investment Management sagte, man erwarte von Ford hervorragende Autos, die auch verkauft werden könnten. Selbst jede kleinere Enttäuschung werde am Markt abgestraft, auch wenn der Konzern insgesamt eine Erfolgsgeschichte schreibe. Für 2011 rechnet Ford mit einer weiteren Erholung des US-Automarktes und hob seine Prognose für die Branche an. Das Unternehmen geht nun von insgesamt 13 bis 13,5 Millionen verkauften Fahrzeugen in den USA aus.

Von

rtr

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