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29.06.2012

12:20 Uhr

US-Autobauer

Ford kündigt Gewinneinbruch an

Der zweitgrößte Autohersteller der USA erwirtschaftet im Heimatmarkt ein sattes Plus. Doch das Auslandsgeschäft hinkt hinterher. Der Verlust soll drei Mal so hoch ausfallen wie im Vorquartal.

Aufpolierter Ford: Das Auslandsgeschäft des Autobauers schwächelt. Reuters

Aufpolierter Ford: Das Auslandsgeschäft des Autobauers schwächelt.

Detroit/KölnDer US-Autobauer Ford rechnet wegen schwacher Auslandsgeschäfte mit einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Vor allem in Europa hätten sich die Marktbedingungen seit Jahresbeginn deutlich verschlechtert, teilte der Konzern in der Nacht zum Freitag in Detroit mit. Insgesamt dürfte sich der Verlust außerhalb Nordamerikas im Vergleich zum ersten Quartal etwa verdreifacht haben. Der Gesamtkonzern werde aber schwarze Zahlen schreiben.

Von Januar bis März hatte der Konzern im Ausland operativ 190 Millionen Dollar (152 Mio Euro) Miese eingefahren, allein 149 Millionen Dollar davon in Europa. Nun könnten demnach außerhalb der USA bis zu 570 Millionen Dollar fehlen. Nach Zahlen des Branchenverbands ACEA hat Ford in der EU von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8,4 Prozent weniger Autos verkauft. Der gesamte Absatz der Branche ging demnach um 7,7 Prozent zurück.

Die besten Autokonzerne im US-Qualitätsranking

Platz 20

Lincoln (USA)

Die Nobeltochter von Ford schneidet ebenfalls besser ab als der Mutterkonzern. Mit 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen ist die Qualität aber immer noch weit von der Spitze entfernt.

Platz 19

Kia (Korea)

Die Koreaner gehören zu den am stärksten wachsenden Autokonzernen der Welt. In der Qualität schlägt sich das bisher noch nicht nieder. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen lassen noch viel Luft nach oben.

Platz 18

Hyundai (Korea)

Auch der koreanische Mutterkonzern von Kia kommt im US-Qualitätsranking auf einen Mittelfeldplatz. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind unterdurchschnittlich.

Platz 17

Buick (USA)

Die goldenen Zeiten der General-Motors-Tochter liegen in der Vergangenheit. Auch im US-Qualitätsranking ist die Marke Mittelmaß. 106 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind nahe dem Durchschnitt.

Platz 16

Audi (Deutschland)

Von den drei deutschen Premiumherstellern schneidet die Marke aus Ingolstadt am schlechtesten ab. Das Ergebnis ist mit 105 Beschwerden auf 100 Neuwagen sogar leicht unterdurchschnittlich.

Platz 15

Chevrolet (USA)

International will GM die Marke massiv ausbauen. In den Augen der US-Verbraucher hat die Marke eine mittelmäßige Qualität. Sie kommt auf 100 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Platz 14

Ram (USA)

Die Chrysler-Tochter ist ein Ableger des berühmten Dodge-Modells Ram. Erstaunlicherweise schneidet die Marke im Qualitätsranking aber deutlich besser ab. 99 Beschwerden auf 100 Neuwagen reichen für das obere Drittel.

Platz 13

Nissan (Japan)
Mit dem Nissan Leaf gehörten die Japaner zu den ersten Autoherstellern, die in den USA ein reines Elektroauto an den Start brachten. Im Qualitätsranking verpassen sie die Top Ten mit 99 Beschwerden auf 100 Neufahrzeuge nur knapp.

Platz 12

GMC (USA)

Die US-Geländewagen drängen auf den europäischen Markt. Die US-Verbraucher schätzen die GM-Tochter für ihre Qualität. Sie kommt ebenfalls auf 99 Ausfälle auf 100 Neuwagen.

Platz 11

Mazda (Japan)

Einst führte der US-Hersteller die Japaner aus der Krise. In der Qualität führen sie mittlerweile den Retter vor. Mit 97 Beschwerden auf 100 Neuwagen verpassen sie einen einstelligen Platz nur knapp.

Platz 10

BMW (Deutschland)

Die Münchener gehören zu den großen Gewinnern im diesjährigen Qualitätsranking und machen vier Plätze gut. Mit 97 Problemen auf 100 Neufahrzeuge schaffen sie erstmals den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

Mercedes-Benz (Deutschland)

Der große Konkurrent Mercedes gehört dagegen zu den den großen Verlierern, auch wenn der Platz in der Top Ten verteidigt werden konnte. Im Ranking rutschen die Stuttgartern mit 96 Beschwerden von vierten auf den neunten Platz ab.

Platz 8

Toyota (Japan)

Auch den Japanern eilt der Qualitätsruf voraus. Zurecht, wie das Ranking zeigt. 88 Probleme auf 100 Neuwagen sind ein Wert, der deutlich besser ist als der Durchschnitt.

Platz 7

Infiniti (Japan)

Auf dem europäischen Markt hat Nissans Nobelmarke keine Chance, in den USA kommt die Marke besser ins Rollen. 84 Probleme auf 100 Neuzulassungen sind ein Spitzenwert.

Platz 6

Acura (Japan)

Auch die in Europa eher unbekannte Nobelmarke von Honda schneidet im Ranking gut ab. Sie kommt ebenfalls auf 84 Probleme bei 100 Neuwagen.

Platz 5

Honda (Japan)

Der zweitbeste asiatische Autohersteller im Ranking ist auch einer der führenden Motorenhersteller. Die US-Verbraucher bewerten die Modelle als sehr zuverlässig. Auf 100 Neuwagen kommen nur 83 Probleme.

Platz 4

Cadillac (USA)

Die GM-Tochter ist der härteste Wettbewerber der Ford-Tochter Lincoln, schneidet im Qualitätsvergleich aber deutlich besser ab. 80 Ausfälle pro 100 Neuwagen sind ein Wert, mit dem Cadillac das Treppchen nur knapp verpasst.

Platz 3

Porsche (Deutschland)

In Zuffenhausen können die Korken knallen. Der Sportwagenbauer ist erneut die beste deutsche Marke im Qualitätsranking und verpasst die Spitze nur knapp. 75 Probleme pro 100 Neuwagen sind ein sehr guter Wert.

Platz 2

Jaguar (Großbritannien)

Die britische Traditionsmarke gehört mittlerweile zum indischen Autobauer Tata Motors. Auf die Qualität hat das offenbar keine Auswirkungen. 75 Ausfälle pro 100 Neuwagen reichen für einen Platz an der Spitze.

Platz 1

Lexus (Japan)

Die Krone im Qualitätsranking geht an die Nobeltochter von Toyota. Keine Marke schneidet bei den US-Verbrauchern besser ab. 73 Beschwerden auf 100 Neuwagen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Ein Sprecher sagte zu der schwachen Lage in Europa, dass der Konzern „neue Pläne“ für die Region entwickle. Philosophie des Unternehmens sei es aber, die Produktionskapazitäten immer der Nachfrage anzupassen.

Wegen der Probleme hatten die Kölner Ford-Werke Ende April Kurzarbeit beantragt.

Eine Sprecherin sagte am Freitag, im Mai und Juni hätten die Bänder an sieben Tagen stillgestanden, einen Tag weniger als geplant. „Wir behalten uns aber vor, je nach Lage noch einzelne Tage nach Ende der Werksferien zu nehmen.“

2011 hatte Ford nach Angaben der Sprecherin rund 368 000 Autos in Köln produziert, überwiegend den Kleinwagen Fiesta. 2012 sollten nach derzeitigem Stand voraussichtlich 5 bis 7 Prozent weniger Einheiten vom Band laufen.

Die schlechtesten Autokonzerne im US-Qualitätsranking

Methodik

Seit 26 Jahren erheben die US-Konsumforscher von JD Powers die Qualität von Neuwagen in den 90 Tagen nach der Auslieferung. Dafür werden die Konstruktionsprobleme und -mängel sowie Störungen pro 100 Fahrzeuge ermittelt. Die Initial Quality Study (IQS) gilt für US-Konsumenten als Kompass bei der Kaufentscheidung.

Platz 34

Smart (Deutschland)

Die Kleinstwagen von Daimler liegen auf dem letzten Platz im US-Qualitätsranking. Mit 151 Beschwerden auf 100 Kleinwagen ist nur eine Marke gleich schlecht.

Platz 33

Fiat (Italien)

Weil der heimische Absatzmarkt schwächelt, setzen die Italiener große Hoffnung auf den US-Markt. Das schlechte Abschneiden im Ranking ist ein schwerer Schlag für die Strategie von Konzernchef Sergio Marchionne. Auch die Italiener kommen auf 151 Beschwerden auf 100 verkaufte Wagen.

Platz 32

Mini (Großbritannien)

Die BMW-Tochter kämpft ebenfalls mit massiven Qualitätsproblemen. 139 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind deutlich verbesserungswürdig.

Platz 31

Volkswagen (Deutschland)

Groß war die Enttäuschung in der VW-Zentrale als die Ergebnisse der Studie bekannt worden. Die Qualitätsoffensive in den USA hat noch nicht gefruchtet. 124 Beschwerden auf 100 Neuwagen bescheren den Wolfsburgern einen der hinteren Plätze im Ranking.

Platz 30

Mitsubishi (Japan)

Die ehemaligen Partner von Daimler haben in den Staaten qualitativ abgebaut und landen mit 124 Beschwerden auf 100 Neuwagen ebenfalls weit hinten im Ranking.

Platz 29

Dodge (USA)

Die Chrysler-Tochter ist berühmt für ihre Pickups, aber nicht für ihre Qualität. Mit 124 Beschwerden auf 100 Neuwagen schneidet kein US-Hersteller schlechter ab.

Platz 28

Land Rover (Großbritannien)

Eigentlich leben die Geländewagen von ihrem Ruf gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Offenbar sehen die US-Verbraucher das anders. 119 Beschwerden auf 100 Neuwagen ist deutlich über dem Durchschnitt.

Platz 27

Ford (USA)

Die Traditionsmarke setzte als erste auf die Massenproduktion von Automobilen. Ihren Ruf gefährdet sie durch eine hohe Problemquote von 118 Störungen auf 100 Neuwagen.

Platz 26

Scion (USA)

Die US-Tochter des japanischen Toyota-Konzerns wurde erst 2003 gegründet und soll vor allem junge Kunden ansprechen. Mit 117 Beschwerden auf 100 Neuwagen liegt die Marke ebenfalls im unteren Drittel des Rankings.

Platz 25

Chrysler (USA)

Die Fiat-Tochter schneidet in der Bewertung der US-Konsumenten deutlich besser ab als der Mutterkonzern. Auch wenn die wirtschaftliche Krise überwunden wurden, gibt es bei der Qualität Nachholbedarf. 116 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind immer noch mehr als der Durchschnitt.

Platz 24

Suzuki (Japan)

Die Zusammenarbeit mit Volkswagen haben die Japaner jüngst beendet. In den USA schneiden sie besser ab als der ehemalige Partner, allerdings immer noch schlechter als der Durchschnitt. Suzuki kommt auf eine Problemquote von 115 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Platz 23

Jeep (USA)

Die Geländewagen von Chrysler wollen vor allem das Geschäft in China ausbauen. Im Heimatmarkt wird die Qualität dieses Jahr eher schlecht bewertet. 110 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind überdurchschnittlich viele.

Platz 22

Subaru (Japan)

Die Japaner fertigen mit einem eigenen Werk in den USA in Ohio. Auf die Qualitätsbewertung durch die US-Konsumenten hat das keine Auswirkungen. 109 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind ein eher mittelprächtiges Ergebnis.

Platz 21

Volvo (Schweden)
Die Skandinavier leben von ihrem Qualitätsversprechen. In den USA schneiden sie allerdings schlechter ab als der Durchschnitt. Sie kommen auf 108 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Für das Focus-Werk in Saarlouis ist nach Angaben der Unternehmenssprecherin bislang keine Kurzarbeit beantragt, dort habe es im Februar eine zusätzliche kollektive Freischicht gegeben. Für die beiden deutschen Ford-Standorte gilt eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2017 ausschließt. Ford beschäftigt in Köln rund 17 400 und in Saarlouis 6400 Menschen.

Probleme hat der US-Autogigant auch in China. Den Rückstand zur Konkurrenz von Volkswagen und General Motors versucht der Konzern mit Milliarden-Investitionen wettzumachen, die das Ergebnis nun belasten.

Auch in den USA läuft das Geschäft nicht mehr so rund wie im ersten Quartal, als Ford mit 2,1 Milliarden Dollar vor Steuern den größten Gewinn seit zwölf Jahren erwirtschaftete. Dort hätten nun die Kosten für die Einführung neuer Modelle belastet.

Von

rtr

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