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02.10.2014

13:21 Uhr

US-Autobauer

General Motors strebt nach mehr Gewinn

Der größte US-Autobauer GM hat zuletzt vor allem mit einem Skandal um defekte Zündschlösser Schlagzeilen gemacht. Konzernchefin Barra will, dass bald wieder Gewinne und Wachstum im Vordergrund stehen.

In den Wachstumsplänen von GM spielt auch der immer wichtiger werdende chinesische Markt eine große Rolle. AFP

In den Wachstumsplänen von GM spielt auch der immer wichtiger werdende chinesische Markt eine große Rolle.

MilfordDer US-Autobauer General Motors (GM) hat sich einiges vorgenommen. 2016 werde der Konzern in Europa endlich wieder in die Gewinnzone fahren, kündigte GM-Chefin Mary Barra am Mittwoch auf dem Investorentag in Milford nahe Detroit an. Zudem soll das Geschäft im Heimatmarkt profitabler und die Expansion nach China forciert werden. An der Börse kamen die Ansagen gut an - die GM-Aktie stieg zwischenzeitlich um drei Prozent.

Der größte US-Autokonzern verliert in Europa seit 1999 Geld - schuld sind vor allem die Geschäfte der deutschen Tochter Opel. Auch für den Heimatmarkt Nordamerika nimmt GM ambitionierte Ziele ins Visier: Die operative Gewinnmarge soll bis 2016 von zuletzt 7,8 auf 10 Prozent steigen. Das will Barra mit Kostensenkungen und Preisanhebungen erreichen.

GM hat in diesem Jahr vor allem mit Skandalen um defekte Zündschlösser und massenhafte Rückrufe auf sich aufmerksam gemacht. Mindestens 23 Todesopfer räumt das Unternehmen inzwischen ein. Hunderte Millionen Dollar wurden für Entschädigungszahlungen zur Seite gelegt. GM-Chefin Barra sprach von „tragischen Ereignissen“ und will einen Neustart versuchen.

Die profitabelsten Autokonzerne der Welt

Platz 10

Fiat-Chrysler - 2,15 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2013

Durch die Fusion mit dem US-Autoriesen retten sich auch die Italiener in die Gewinnzone. Ohne Chrysler stünde unterm Strich ein Verlust von 188 Millionen Euro.

Platz 9

Nissan - 3,28 Milliarden Euro Gewinn

Die Japaner können beim Gewinn wieder leicht zulegen. Unterm Strich steht ein Plus von etwa zwei Prozent.

Platz 8

Ford - 4,2 Milliarden Euro Gewinn

Der operative Gewinn fällt bei Ford etwa sieben Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Dabei haben die Amerikaner mit dem Pickup F-150 das meistverkaufte Auto in den USA in ihren Reihen.

Platz 7

General Motors - 4,68 Milliarden Euro Gewinn

Eine Rückrufserie erschüttert derzeit das Vertrauen der Amerikaner in ihren größten Autokonzern. 2013 war davon noch nichts zu spüren. Der operative Gewinn legt um 13 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 4,87 Milliarden Euro Gewinn

Bei den Japanern sorgt der schwache Yen für Rückenwind im Export. Der operative Gewinn legt um satte 35 Prozent zu.

Platz 5

Hyundai/Kia - 7,16 Milliarden Euro Gewinn

Das koreanische Duo kann beim operativen Gewinn nicht an die Vorjahre anknüpfen. Bei Hyundai sinkt der operative Gewinn um ein Prozent, bei Kia sogar um zehn Prozent.

Platz 4

Daimler - 7,61 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit verpassen die Schwaben das Treppchen nur knapp. Vor allem weil der operative Gewinn bereinigt um den Verkauf der EADS-Aktien um 14 Prozent sinkt.

Platz 3

BMW - 7,99 Milliarden Euro Gewinn

Auch bei den Münchener fällt der operative Gewinn um drei Prozent niedriger aus. Das reich aber immer noch für die Bronzemedaille.

Platz 2

Volkswagen - 11,67 Milliarden Euro Gewinn

Im Zwölf-Marken-Reich des VW-Konzerns geht es auch beim Profit leicht nach vorne. Zwei Prozent Plus stehen markenübergreifend unterm Strich. Für die Spitzenposition reicht das nicht.

Platz 1

Toyota - 16,91 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit kann kein anderer Hersteller den Japanern das Wasser reichen. Im Jahr 2013 steigt der operative Gewinn von Toyota um satte 132 Prozent.

Quelle

Studie von Ernst & Young "Die größten Automobilhersteller weltweit" im April 2014.

In den Wachstumsplänen von GM spielt auch der immer wichtiger werdende chinesische Markt eine große Rolle. Der Absatz soll bis 2018 von 3,5 Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr auf 4,9 Millionen ausgebaut werden.

Barra, seit Anfang des Jahres an der GM-Spitze und die erste Frau auf dem Chefsessel eines großen US-Autokonzerns, will ein weiteres Absacken des Aktienkurses stoppen. Deshalb stellte sie den Anlegern höhere Dividenden in Aussicht. Das GM-Papier hat im bisherigen Jahresverlauf um über 20 Prozent eingebüßt.

Rückenwind erhielt Barra zur Wochenmitte durch robuste Verkaufszahlen. Mit einem Plus von mehr als 19 Prozent im Jahresvergleich führte GM im September die Absatzliste in Nordamerika an. Das Unternehmen lieferte rund 223 400 Fahrzeuge aus - so viele wie seit September 2011 nicht mehr.

Von

dpa

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