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02.10.2017

21:05 Uhr

US-Autobauer

GM bläst mit E-Auto-Offensive zum Angriff auf Tesla

General Motors will in den kommenden fünf Jahren 20 neue Fahrzeuge mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb auf den Markt bringen. Dieser Schritt kann als Kampfansage an den Elektroauto-Pionier Tesla verstanden werden.

Sowohl GM als auch Ford setzen in Zukunft verstärkt auf neue Antriebe. dpa

Elektroauto

Sowohl GM als auch Ford setzen in Zukunft verstärkt auf neue Antriebe.

DetroitKampfansage an Tesla: Der größte US-Autobauer General Motors (GM) will sein Angebot an Elektroautos kräftig ausbauen. In den nächsten anderthalb Jahren würden zwei weitere vollelektrische Modelle vorgestellt, kündigte der Konzern am Montag in Detroit an. Die Wagen sollen auf GMs aktuellem E-Auto Chevrolet Bolt EV aufbauen. Es handele sich um die ersten zwei von mindestens 20 neuen E-Modellen, die der Hersteller bis 2023 auf den Markt bringen wolle.

„General Motors glaubt an die vollelektrische Zukunft“, verkündete GM-Manager Mark Reuss. Die Entwicklung werde zwar nicht „über Nacht“ geschehen, doch man sehe sich verpflichtet, Gebrauch und Akzeptanz der Technologie kompromisslos im Sinne der Kundenbedürfnisse voranzutreiben. Der führende US-Autohersteller will auf dem Weg zur Elektrifizierung zweigleisig fahren und beim Antrieb neben Batterien auch auf Wasserstoff-Brennstoffzellen setzen.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten gut an - die GM-Aktie legte im US-Handel um über vier Prozent zu. Beim E-Auto-Vorreiter Tesla sorgte die Ankündigung hingegen für spürbare Kursverluste - die Titel büßten im starken Gesamtmarkt zeitweise rund ein Prozent ein. Angetrieben von den Versprechen ihres Chefs Elon Musk hatte die kalifornische Firma Tesla GM in diesem Jahr - trotz roter Zahlen und überschaubarer Produktion - zwischenzeitlich sogar den Rang an der Börse abgelaufen.

Zuletzt wendete sich das Blatt jedoch wieder. Mit einem Börsenwert von gut 61 Milliarden Dollar steht GM aktuell wieder deutlich vor Tesla. Anleger deuten die Offensive des Marktführers offenbar vor allem als Gefahr für das Model 3, Teslas ersten günstigeren Wagen, mit dem die Musk-Firma nach Erfolgen in der Luxus-Nische den Massenmarkt erobern will. Sollte GM ernsthaft dagegenhalten, könnte es für Tesla eng werden - denn was Gewinne, Erlöse und Verkäufe angeht, liegen zwischen dem Urgestein der US-Autoindustrie und dem aufstrebenden Neuling aus dem Silicon Valley Welten.

Auch Ford gab bekannt, ein Team für die weltweite Entwicklung von E-Autos zusammengestellt zu haben. Dieses solle „nicht kleckern, sondern klotzen“ und schnell Entscheidungen treffen. Dazu gehöre auch, in bestimmten Märkten Partnerschaften mit anderen Unternehmen zu schließen.

Länder wie China, Indien, Frankreich oder Großbritannien wollen Verbrennungsmotoren bis 2030 oder 2040 verbieten. Deswegen rüsten sich Autokonzerne schon jetzt für die erwartete Nachfrage.

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