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13.01.2010

14:43 Uhr

US-Autobauer

GM investiert wieder in PS-Protze

VonCarsten Herz

Wer auf der Detroit Motor Show einen Trend zu kleineren, spritsparenden Autos ausgemacht hat, muss ein dickes "Aber" dazusetzen. Ein Beispiel ist General Motors. Die Palette der großen, geländegängigen Wagen soll deutlich aufgefrischt werden. Und das lässt sich GM einiges kosten.

GM-Chef Ed Whitacre bekennt sich zu Pick-ups. Reuters

GM-Chef Ed Whitacre bekennt sich zu Pick-ups.

FRANKFURT. Der größte US-Autohersteller General Motors bläst trotz eines Trends zu sparsamen Autos zu einer neuen Offensive in dem in Nordamerika beliebten Segment der schweren Pritschenwagen. Der neue Konzernlenker Edward Whitacre will die Modellpalette der großen, schweren Pick-Ups jetzt deutlich auffrischen. GM hatte die Fahrzeuge seit 2006 nicht mehr erneuert. Der angeschlagene Konzern, der nach seiner Rückkehr aus der Insolvenz mehrheitlich im Staatsbesitz ist, werde nun bis zu einer Mrd. Dollar investieren, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Whitacre vollzieht damit angesichts des sich wieder belebenden Marktes für schwere Geländewagen in den USA eine Kurskorrektur in der Modellpalette. Mitte 2008 hatte GM zunächst geplante neue Modelle aufgeschoben und statt dessen in benzinsparende Wagen und neue Technologien investiert. Mit der Freigabe neuer Gelder für die PS-Protze reagiert der Konzern nun wohl auch auf die Wiederbelebung des bereits totgesagten Segments in den USA.

Die Verkäufe der übergroßen, durstigen Geländewagen mit Ladefläche waren in den vergangenen Jahren stark eingebrochen, weil die Spritpreise gestiegen waren. Die Wirtschaftskrise schreckte noch mehr Kunden vom Kauf ab. Statt dessen griffen die Amerikaner verstärkt zu kleineren und sparsameren Autos ausländischer Hersteller. Doch auch Autobosse wie Daimler-Chef Zetsche glauben nicht, dass die Amerikaner per se kleinere Autos bevorzugen. Der Trend habe sich wieder gedreht, im Dezember seien 53 Prozent der verkauften Fahrzeuge Light Trucks gewesen, wie die schweren Geländewagen und Pick-ups in den USA zusammengefasst werden. Das seien so viele wie vor der Krise gewesen. Pick-up-Trucks gehören damit immer noch zu den beliebtesten Fahrzeugen in den USA. Whitacre will mit GM erstmals nach fünf Jahren 2010 wieder Gewinn schreiben.

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