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31.01.2010

11:08 Uhr

US-Autohersteller

Tesla will den Börsengang wagen

Erstmals seit über 50 Jahren wagt ein US-Autobauer den Gang an die Börse. Der US-Elektroautobauer Tesla Motors meldete am Freitag seine Pläne bei der US-Börsenaufsicht SEC an. Insgesamt soll die Emission bis zu 100 Mio. Dollar in die Kassen des Daimler-Partners spülen.

Tesla strebt an die Börse. Quelle: Reuters

Tesla strebt an die Börse.

HB SAN FRANCISCO. Der geplante Börsengang des US-Elektroautobauers Tesla Motors macht dem IPO-Markt für die kommenden Monate Hoffnung. Mit Tesla wagt erstmals seit über 50 Jahren wieder ein US-Autobauer den Gang an die Börse.

Der Daimler-Partner meldete am Freitag seine Emissionspläne bei der US-Börsenaufsicht SEC an. Insgesamt sollen durch den Börsengang bis zu 100 Millionen Dollar in die Kassen der Autoschmiede fließen, die vor allem für ihren 109.000 Dollar teuren Roadster mit Elektroantrieb bekannt ist. Tesla will mit dem IPO das derzeitige Interesse von Anlegern an Umwelttechnik und batteriebetriebenen Fahrzeugen nutzen.

Zum Ausgabepreis der Papiere oder Datum des ersten Handelstages äußerte sich das in Kalifornien ansässige Unternehmen nicht. Mit der Emission haben Experten bereits seit längerem gerechnet. Ein IPO sei manchmal die beste Form von Werbung, sagte Branchenkenner Ben Holmes von morningnotes.com. Analyst Matt Therian von Renaissance Capital sagte, dass der Börsengang ein "gutes Zeichen für den IPO-Markt" sei. Er werde genau verfolgt werden.

Nach Angaben von Renaissance Capital sind für dieses Jahr bisher lediglich etwas mehr als 100 IPOs mit insgesamt rund 40 Milliarden Dollar vorgesehen. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren es stets rund 200 Börsengänge. Als letzter US-Autobauer war Ford 1956 an die Börse gegangen.

Seit der Gründung vor sechs Jahren verkaufte Tesla 937 Roadster in 18 Länder. Für ein geplantes zweites, preiswerteres Elektroauto liegen den Angaben zufolge 2000 Reservierungen vor. Mit dem Modell S, das für 49.900 Dollar erhältlich sein soll, will Tesla künftig mehr Kunden ansprechen und endlich aus den roten Zahlen herauskommen. In den ersten neun Monaten bis Ende September verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 31,5 Millionen Dollar.

Jährlich rollen bei Tesla derzeit rund 1 000 Autos vom Band. Das Unternehmen hat 450 Beschäftigte. Zu seinen Anteilseignern gehören unter anderem die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page sowie die Investmentgesellschaft Aabar Investments. Daimler hält weniger als zehn Prozent an dem Unternehmen und arbeitet mit Tesla beispielsweise an der Entwicklung von Fahrzeug-Batterien auf Lithium-Ionen-Basis zusammen.

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