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01.05.2012

19:11 Uhr

US-Autoindustrie

Renaissance in Detroit

Die US-Autobauer sind Meilen entfernt von früheren Verkaufszahlen, doch es gibt Hoffnungszeichen. Chrysler hat im April deutlich mehr Wagen verkauft. Zudem verspricht Wahlkämpfer Barack Obama den Arbeitern Unterstützung.

Eine Produktionsstraße des US-Autobauers Chrysler. ap

Eine Produktionsstraße des US-Autobauers Chrysler.

DetroitDie geringere Nachfrage nach Kompakt- und Kleinwagen hat den US-Autobauern General Motors und Ford im April geringere Verkäufe beschert. So gingen die Verkaufszahlen bei Ford um fünf, bei GM um acht Prozent zurück. Chrysler hingegen konnte 20 Prozent mehr Wagen absetzen, Toyota zwölf. Am besten verkauften sich dabei unter anderem der Pickup Ram sowie der Jeep Wrangler. Zwar gilt der Auto-Absatz in den USA als Indikator für die Verbraucherstimmung, doch zeigten sich die Analysten angesichts der jüngsten Ergebnisse nicht besorgt. Sie argumentierten damit, dass es im April mehr Sonntage als noch im März gegeben habe, und an Sonntagen weniger Fahrzeuge verkauft würden. Gute Absatzzahlen in den Vereinigten Staaten wurden für die japanischen Hersteller Nissan und Honda erwartet.

Vieles spricht für eine Renaissance der gebeutelten US-Autohauptstadt Detroit - und das könnte für US-Präsident Barack Obama ein entscheidender Vorteil im Rennen um die nächste Amtszeit im Weißen Haus werden. Denn sein Rivale Mitt Romney hat sich nicht gerade viele Freunde unter Amerikas Autobauern gemacht.

„Die Autoindustrie ist mit vielen Arbeitsplätzen und hohen Umsätzen verknüpft“, erläutert die Amerikanische Handelskammer in Deutschland die Bedeutung der Branche. „Es ist ein Wirtschaftsthema, das selbstverständlich im Wahlkampf Platz findet.“ So besucht Obama auffallend häufig Autofabriken - und wird dort begeistert empfangen.

Die schwere Krise der Autoindustrie war Obamas erste große Bewährungsprobe zu seinem Amtsantritt 2009. Er bewahrte die beiden Schwergewichte General Motors und Chrysler mit Steuermilliarden vor dem Bankrott. Romney dagegen wollte die Autobauer damals in die Pleite schicken. Dabei ist er in Detroit geboren. Sein Vater George war sogar Chef der American Motors Corporation (AMC), die später in Chrysler aufging.

Hier werden E-Autos mit Milliarden gefördert

China

Die Volksrepublik pumpt bis zum Jahr 2015 rund drei Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung von Elektroautos. Außerdem fördert die Regierung den Kauf solcher Modelle derzeit mit Prämien von bis zu 7000 Euro. Doch bislang verlangen die Kunden keine Umweltautos, sondern prestigeträchtige Fahrzeuge.

USA

US-Bürger, die sich beim Kauf eines neuen Autos für einen Elektroantrieb entscheiden, erhalten bis zu 5 200 Euro steuerliche Vergünstigungen. Autokonzerne erhalten darüber hinaus 1,7 Milliarden Euro Beihilfen für die Entwicklung effizienterer Batterien.

Frankreich

Frankreich gibt Käufern von Elektroautos eine Prämie in Höhe von  5000 Euro. Für die Infrastruktur strombetriebener Fahrzeuge will Paris etwa 1,5 Milliarden Euro ausgeben.

Deutschland

ie Bundesrepublik will ohne Kaufprämie zum Leitmarkt für Elektromobilität aufsteigen. Statt einer Prämie sollen Kaufanreize für Elektroautos durch eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer geschaffen werden. Außerdem hat die Regierung in diesem Jahr die Forschungsförderung für Elektroautos bis zum Jahr 2013 auf eine Milliarde Euro erhöht.

Als „Rückgrat der US-Wirtschaft“ hatte Obama die Autoindustrie in ihrer schwersten Krise bezeichnet und den Hunderttausenden Mitarbeitern damit Mut zugesprochen. Für ihn stand es außer Frage, die Autokonzerne zu retten - gegen die Attacken der Republikaner, die den freien Markt verteidigten.

„Präsident Obama stellt eine unmittelbare Verbindung zwischen seiner Amtsführung und der Erholung der Autoindustrie her“, erklärt die Handelskammer. In einem Wahlwerbespot warf der Präsident den Republikanern vor, die Arbeiter im Stich gelassen zu haben.

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