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29.01.2009

14:12 Uhr

US-Autokrise

Ford verbrennt fünf Milliarden Dollar

Es sieht schon schlimm für die US-Autoindustrie aus – und es wird wohl noch dicker kommen. Zumindest lassen das die Zahlen von Ford erahnen. Denn der angeschlagene Autobauer hat erneut einen Quartalsverlust in Milliardenhöhe eingefahren. Und der fiel auch noch weit schlimmer aus als Analysten erwartet hatten.

Ford fährt durch eine Eiszeit. Foto: ap ap

Ford fährt durch eine Eiszeit. Foto: ap

HB DETROIT. Der angeschlagene US-Autobauer Ford hat wegen der Wirtschafts- und Absatzkrise einen tiefer als erwarteten Quartalsverlust eingefahren und 5,5 Mrd. Dollar an Barvermögen in seiner Automobilsparte verbrannt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, verfügt Ford aber über genug Liquidität, um die Restrukturierung ohne einen Überbrückungskredit der US-Regierung zu finanzieren. Wegen der Instabilität der Kapitalmärkte will Ford verfügbare Kredite von 10,1 Mrd. anzapfen.

Der Nettoverlust des Autobauers wuchs auf 5,88 Mrd. Dollar oder 2,46 Dollar pro Aktie im vierten Quartal an. Ein Jahr zuvor hatte Ford Verluste von 3,06 Mrd. Dollar oder 1,13 Dollar je Anteilsschein verbucht. Vor Sondereffekten betrug der Verlust 3,27 Mrd. Dollar oder 1,37 Dollar je Aktie. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 1,23 Dollar pro Anteilsschein gerechnet. Der Umsatz lag bei 29,2 Mrd. Dollar. Als Reaktion auf den Abwärtstrend streicht der Konzern bei Ford Motor Credit 1200 Stellen, was 20 Prozent der Belegschaft entspricht. Finanzvorstand Lewis Booth sieht die größten Schwierigkeiten im ersten Quartal 2009.

„Ich bin nicht sicher, ob wir die Talsohle beim Absatz in Europa schon erreicht haben“, sagte Booth. Für die zweite Jahreshälfte erwarte er eine leichte Erholung am Automarkt. Die Situation für die gesamte Autoindustrie bleibe aber unsicher. In Bezug auf einen möglichen Verkauf des schwedischen Autoherstellers Volvo sagte Booth, es würden weiterhin die strategischen Optionen geprüft; bislang gebe es aber noch nichts neues. Nach Bekanntgabe der Zahlen legten die Aktien von Ford vorbörslich um 7,9 Prozent zu.

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