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04.04.2017

07:51 Uhr

US-Automarkt

„Der März war hart, hart, hart“

In den USA stellen sich Branchenexperten auf ein Jahr der Preiskämpfe ein. Im März verdarben Rabattaktionen den Autobauern bereits die Laune. Für die deutschen Marken geht es allerdings weiter aufwärts.

Der US-Automarkt ist im März hinter den Erwartungen zurückgeblieben. dpa

Autohändler in Detroit

Der US-Automarkt ist im März hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

DetroitIn den USA sind die Autoverkäufe im März hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Hohe Rabattaktionen schürten zusätzlich Befürchtungen, der US-Automarkt verliere an Fahrt. „Der März war hart, hart, hart“, sagte die Vizepräsidentin für den US-Markt bei Nissan, Judy Wheeler. „Das wird ein aggressives Jahr, und ich denke, das realisieren gerade alle.“ Nissan steigerte den Absatz zwar um 3,2 Prozent, der Preisnachlass pro Auto sei aber über 400 Dollar höher gewesen als ein Jahr zuvor, sagte Wheeler.

Selbst bei Kleinlastern und SUVs, die sich eigentlich von alleine verkauften, hätten die Händler beim Preis runter gehen müssen, sagte Karl Brauer von der auf Autos spezialisierten Beratungsfirma Kelley Blue Book. Sollten Händler noch weiter an der Preisschraube drehen müssen, könnte dies die Gewinne der Autokonzerne belasten, sagten Experten. Einen Preiskrieg könne sich die Branche nicht leisten. Bei Ford fiel der Absatz um mehr als sieben Prozent auf 236.000 Fahrzeuge, wie der Autobauer am Montag bekanntgab. Bei Toyota betrug das Minus 2,1, bei Fiat Chrysler knapp fünf und bei Honda 0,7 Prozent.

Das sind die rentabelsten Autokonzerne

Platz 10

Honda – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 5,2 Milliarden Euro*

Unter den japanischen Herstellern konnte keiner den Gewinn so stark steigern wie Honda. Im Jahresvergleich legte das Unternehmen um 31,5 Prozent zu. Dabei fiel die Ebit-Marge allerdingt mit 4,6 Prozent unterdurchschnittlich aus.

Quelle: CAM Bergisch-Gladbach; Stand: 12/ 2016 - Bei japanischen Herstellern wird das Kalenderjahr abgebildet

Platz 9

Nissan – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 5,7 Milliarden Euro

Das vergangene Jahr war für die Japaner durch Wechselkursschwankungen durchaus turbulent. Der Gewinn sank um 7,4 Prozent. Immerhin landete man mit einer Ebit-Marge von 6,2 Prozent im Mittelfeld aller Hersteller.

Platz 8

Hyundai – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 6 Milliarden Euro

Heimlich schielt der viertgrößte Autokonzern der Welt immer noch Richtung Weltspitze. Doch 2016 war für die Koreaner ein Rückschritt. Der Absatz schrumpfte leicht, der Gewinn sogar um satte 8,8 Prozent. Und auch die Marge war mit 5,2 Prozent unterdurchschnittlich.

Platz 7

Fiat-Chrysler – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 6,1 Milliarden Euro

Die italienische Überraschung: Durch den Erfolg von Jeep hat sich der italo-amerikanische Konzern wieder erholt. Der Gewinn wurde mehr als verdoppelt, obwohl der Absatz nur leicht zulegte. Allein die Marge ist mit 5,5 Prozent immer noch bestenfalls mittelmäßig.

Platz 6

Volkswagen – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 7,1 Milliarden Euro

Der Dieselskandal drückt weiter kräftig auf den Gewinn. Doch innerhalb eines Jahres haben es die Wolfsburger geschafft, das Ergebnis um 11,2 Milliarden Euro zu verbessern. Und das obwohl die Marge mit 3,3 Prozent immer noch mager ausfällt.

Platz 5

BMW – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,4 Milliarden Euro

Für den jahrelangen Primus der Premiumbranche ist der Gewinn im vergangenen Jahr leicht gesunken. Das können die Münchener aber locker verschmerzen. Dank einer Marge von zehn Prozent erwirtschaftet kein Konkurrent mehr pro Auto.

Platz 4

Ford – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,4 Milliarden Euro

Den Titel als rentabelster Autokonzern Amerikas hat Ford dieses Jahr verloren. Denn beim Ertrag und Absatz schwächelt der Weltkonzern. Die Marge fällt mit 6,8 Prozent überdurchschnittlich aus.

Platz 3

General Motors – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 9,8 Milliarden Euro

Unter Mary Barra gilt die Devise: Profit zuerst. Das war auch 2016 aus den Zahlen abzulesen. Der Gewinn konnte um fast 20 Prozent zulegen. Und mit 7,5 Prozent ist auch die Marge für einen Volumenhersteller sehr zufriedenstellend.

Platz 2

Platz 2 – Daimler – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 12,9 Milliarden Euro

Der profitabelste Premiumhersteller kommt aus Stuttgart. Im Vergleich zum Vorjahr schneiden die Schwaben zwar etwas schlechter ab. Doch eine Marge von 8,4 Prozent reicht immer noch für einen zweistelligen Milliardengewinn.

Platz 1

Toyota – Gewinn vor Steuern und Abgaben (Ebit): 17 Milliarden Euro

Wenn der Gewinn um fast 24 Prozent einbricht, würden die meisten anderen Konzerne wohl etliche Plätze einbüßen. Toyota nicht. Die Japaner sind weiterhin profitabler als alle anderen Hersteller. Vor allem wegen einer Marge von 7,8 Prozent, die zwar deutlich kleiner ausfällt als im Vorjahr – doch das ist immer noch besser als bei allen Konkurrenten.

Die deutsche Autobranche erfreute sich in den USA weiter einer steigenden Nachfrage. Allerdings blieben sowohl VW als auch Audi mit Plus 2,7 und 1,7 Prozent hinter den Werten vom Februar zurück. Der Verkauf von BMW-Autos legte 3,5 Prozent zu, bei Porsche 3,6 Prozent und bei Mercedes 3,3 Prozent. Auch General Motors konnte 1,6 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden bringen als ein Jahr zuvor.

Auf das Jahr hoch gerechnet geht Ford insgesamt in den USA von 17 Millionen verkaufter Autos aus, GM von 16,7 Millionen Fahrzeugen. Von Reuters befragte Analysten hatten 17,3 Millionen ermittelt. Am Aktienmarkt kam dies nicht gut an. Die Aktien von GM verloren vier Prozent an Wert, die von Ford knapp drei Prozent und Fiat Chrysler fünf Prozent.

Von

rtr

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