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13.02.2013

10:02 Uhr

US-Behörden

Bayer-Krebsmittel wird schneller zugelassen

Bei der Zulassung von Bayers Prostata-Krebsmittels geht es zügiger voran. Die US-Gesundheitsbehörde will das Medikament vier Monate früher prüfen. Das Krebsmittel ist einer der großen Hoffnungsträger Bayers.

Aufsichtsratsmitglieder der Bayer AG unter dem Logo des Unternehmens. In den USA wird Bayers Krebsmittel schneller zugelassen. dpa

Aufsichtsratsmitglieder der Bayer AG unter dem Logo des Unternehmens. In den USA wird Bayers Krebsmittel schneller zugelassen.

FrankfurtBayer kann in den USA einem Marktstart seines neuen Prostata-Krebsmittels Alpharadin noch in diesem Jahr entgegenfiebern. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will das Medikament, das zu den wichtigsten neuen Wirkstoffen des Konzerns gehört, vorrangig prüfen, wie Bayer am Mittwoch mitteilte. Damit verkürzt sich die sonst übliche zwölfmonatige Bearbeitungsfrist um ein Drittel. Sollte die FDA grünes Licht geben, könnte der Pharma- und Chemiekonzern das Präparat bereits im zweiten Halbjahr in den USA auf den Markt bringen. Bayer arbeitet bei der Arznei mit der norwegischen Pharmafirma Algeta zusammen. Die Nachricht verhalf der Algeta-Aktie zu einem Kursplus von 2,34 Prozent, Bayer-Papiere legten leicht zu.

Das Mittel zählt zu den fünf wichtigsten neuen Präparaten des Konzerns. Bayer-Chef Marijn Dekkers traut ihnen zusammen Spitzenumsätze im Jahr von mehr als 5,5 Milliarden Euro zu. Allein Alpharadin soll einmal - alle Anwendungsgebiete zusammengenommen - Jahresumsätze von über einer Milliarde Euro in der Spitze einfahren. An Prostatakrebs sterben jedes Jahr mehr als 250.000 Männer. Die FDA prüft Medikamente vorrangig, wenn sie eine Behandlung deutlich verbessern könnten oder bislang noch keine adäquate Therapie existiert. Auch Rivalen wie Johnson & Johnson arbeiten momentan an neuen Präparaten gegen diese bei Männern zweithäufigste Krebsart.

150 Jahre Bayer

Anfänge als Farbenfabrik

Die Geschichte des Weltkonzerns Bayer beginnt 1863 in Wuppertal-Barmen. Der Kaufmann Friedrich Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott gründen die Firma „Friedr. Bayer et. comp.“. Sie stellt zunächst synthetische Farbstoffe her.

Expansion und Umzug

Das Unternehmen wächst schnell, ebenso die Produktpalette – etwa um ein Medikament namens Aspirin. Bereits 1881 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die „Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.“. Im Zuge der Expansion zieht das Unternehmen 1912 nach Leverkusen um, dem heutigen Hauptsitz.

Die Wirren der Weltkriege

Weil Deutschland während des Ersten Weltkriegs international isoliert ist, schließen sich 1916 Bayer, BASF und Agfa zu einer Interessensgemeinschaft zusammen, die beispielsweise die schlechte Versorgung mit Rohstoffen verbessern soll. 1925 fusionieren die Unternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG. In der NS-Zeit ist die IG Farben eng mit dem Regime verknüpft.

Neustart ins Wirtschaftwunder

Nach Kriegsende lebt Bayer als eigenständiges Unternehmen wieder auf: 1951 wird nach Zustimmung der Alliierten die „Farbenfabriken Bayer AG“ neu gegründet. Die Firma profitiert vom Wirtschaftswunder und expandiert bald auch international. Sie entwickelt und vermarktet chemische Produkte, Kunststoffe, Arzneien und Pflanzenschutzmittel.

Großer Umbruch

1999 trennt sich Bayer von seiner Tochter Agfa, 2005 von großen Teilen des Chemiegeschäfts, die inzwischen unter dem Namen Lanxess eigenständig weitergeführt werden. Ausgebaut hat der Konzern hingegen das Geschäft mit Gesundheit und Agrarwirtschaft, unter anderem durch den Zukauf der Crop-Science-Sparte von Aventis sowie der Übernahme von Schering.

Bayer hatte im Dezember den Zulassungsantrag in den USA für die Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs und Knochenmetastasen eingereicht. In Europa läuft die Zulassungsprüfung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Das Medikament mit dem Wirkstoff Radium-223-Dichlorid gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt auf Krebszellen in den Knochen einwirken. Bayer hatte sich die Rechte an dem Medikament von Algeta gesichert, der bei einer Zulassung weitere Gelder winken. In den USA will Bayer das Präparat gemeinsam mit Algeta vermarkten, die Gewinne wollen sich beide Unternehmen teilen.

Von

rtr

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