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24.07.2012

14:47 Uhr

US-Chemieriese

Gewinn von Dupont sinkt

Zwar wuchs der Umsatz, doch durch gestiegene Kosten ging der Gewinn des amerikanischen Chemiekonzerns zurück. Das macht Dupont auch bei der Prognose für das Gesamtjahr vorsichtiger als noch zuletzt.

Das Logo von Dupont: Der Konzern ist mit seiner Jahresprognose vorsichtiger geworden. ap

Das Logo von Dupont: Der Konzern ist mit seiner Jahresprognose vorsichtiger geworden.

New York/FrankfurtDas unsichere Konjunkturumfeld lässt den amerikanischen Chemieriesen Dupont vorsichtiger werden. Nach einem Ergebnisrückgang im zweiten Quartal erwartet Konzernchefin Ellen Kullman für das Gesamtjahr nur noch einen Gewinn, der am unteren Ende der bisherigen Prognose liegen soll. Zum Zwischenbericht schlug die Konzernführung am Dienstag aber nicht nur Moll-Töne an. "Unsere Landwirtschafts-, Nahrungsmittel- und Biowissenschaftsgeschäfte schlagen sich außerordentlich gut weltweit", erklärte Kullman. Auch die Geschäfte mit hochwertigen Materialien brächten solide Ergebnisse - und dies trotz eines schwächeren Wachstums in Schlüsselmärkten und einer anhaltend flauen Entwicklung in Europa.

Im zweiten Quartal erzielte der BASF -Rivale einen Gewinn von 1,18 Milliarden Dollar. Das sind drei Prozent weniger als vor Jahresfrist. Pro Aktie waren das ohne Sonderposten 1,48 Dollar, womit Dupont die Analystenerwartungen um zwei Cent übertraf. Die Gesamterlöse nahmen von April bis Juni um acht Prozent auf 11,28 Milliarden Dollar zu.

Dabei profitierte der Konzern aus Wilmington im US-Bundesstaat Delaware von Preiserhöhungen, während der starke Dollar Einbußen bescherte. Der Absatz ging um ein Prozent zurück. Auch die Anleger reagierten zurückhaltend: Die Aktie lag wie der New Yorker Gesamtmarkt leicht im Minus.

Im Gesamtjahr will Dupont jetzt einen Gewinn je Aktie erreichen, der in der bisher genannten Größenordnung von 4,20 bis 4,40 Dollar eher nahe 4,20 Dollar liegen soll. Im vergangenen Jahr hatte Dupont je Aktie 3,93 Dollar Gewinn erzielt.

Wie es um die Geschäfte des Branchenprimus BASF bestellt ist, dürfte am Donnerstag klar werden. Dann will der Ludwigshafener Konzern seinen Quartalsbericht vorlegen. Auch der große US-Rivale Dow Chemical will Donnerstag seinen Zwischenbericht veröffentlichen.

Rund lief es für Dupont in den Schwellenländern. Hier zogen die Umsätze im Quartal um elf Prozent an. Aber auch in der Region Nord- und Südamerika erzielte der Konzern prozentual zweistellige Umsatzzuwächse. Dagegen dämpften die Folgen der Schuldenkrise die Geschäfte in Europa. Dort ging das Geschäft um zwei Prozent zurück.

Bis auf die Sparten rund um den Ernährungssektor schrumpften die Erlöse in allen Konzernbereichen. Im Geschäft mit Chemikalien bekam Dupont die schwache Nachfrage nach dem Weißpigment Titandioxid (TO2) zu spüren. Der Chemieriese ist der weltgrößte Hersteller des Pigments, das zur Herstellung von Farben und Lacken eingesetzt wird.

Der Spartenabsatz schrumpfte sogar um zehn Prozent, was Dupont nur dank höherer Preise teilweise auffangen konnte. Im Segment Sicherheit - Dupont ist Produzent der Kevlar-Schutzwesten - sanken die Umsätze ebenso wie im Geschäft mit Elektronik-Materialien, das unter der schwachen Nachfrage aus der Solarbranche litt. Dupont stellt unter anderem Metallpasten für Solarzellen her.

Mehr Umsatz erwirtschaftete der Konzern dagegen im Agrarchemie-Geschäft, das von einer starken Nachfrage nach Gen-Saatgut und Pflanzenschutzmitteln in Nordamerika profitierte. Besonders deutlich zogen die Umsätze in der Ernährungssparte an. Hier zahlte sich die rund 6,4 Milliarden Dollar teure Übernahme des dänischen Konzerns Danisco aus.

Von

rtr

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