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18.09.2013

11:26 Uhr

US-Elektroautobauer

Tesla plant selbstfahrendes Auto in drei Jahren

Der Autofahrer lenkt nicht mehr selbst, ein Computer übernimmt. Experten rechnen damit, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, bis aus der Vision Realität wird. Tesla will es innerhalb von drei Jahren schaffen.

Bis jetzt ist Tesla als Vorreiter auf dem Elektroauto-Markt bekannt. In drei Jahren sollen Teslas Autos autonom fahren. dpa

Bis jetzt ist Tesla als Vorreiter auf dem Elektroauto-Markt bekannt. In drei Jahren sollen Teslas Autos autonom fahren.

San FranciscoDer US-Elektroautobauer Tesla arbeitet an einem selbstfahrenden Auto. Es solle innerhalb von drei Jahren auf den Markt kommen, kündigte Konzernchef Elon Musk am Mittwoch in der „Financial Times“ an. Der Pionier der Branche will damit wie andere Hersteller auf den neuesten Zukunftstrend aufspringen - und dem Fahrer weitgehend die Aufgaben der Steuerung abnehmen.

Ein Autopilot könne über ein Computersystem 90 Prozent der Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen, erläuterte Musk. Die Entwicklung eines Autos, das dem Fahrer alles abnimmt, würde länger als drei Jahre dauern, sagte Musk. Bei dem Bau setzt Tesla auf die eigene Technologie.

Die Tesla-Chronik von 2003 bis 2013

2003, der Beginn

Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

2006, Premiere des Roadster

Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

2007, Eberhard geht

Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

Mai 2009, Einstieg der Konzerne

Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

September 2009, Premiere Model S

Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

Januar 2010, Geldspritze vom Staat

Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

Juni 2010, IPO

Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

2012, SUV-Pläne

Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern.

2013, erstmals profitabel

Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

Die Autobranche sieht in dem autonomen Fahren einen vielversprechenden Zukunftstrend. Experten rechnen damit, dass zehn bis 15 Jahre vergehen werden, bis selbstfahrende Autos Realität sind. Der von Tesla genannte Zeitplan gilt daher als vergleichsweise ehrgeizig. Alle großen Hersteller sowie Zulieferer und auch eigentlich branchenfremde Konzerne arbeiten mittlerweile an dem Projekt Fahren ohne Fahrer: Daimler will bis 2020 ein selbstfahrendes Auto anbieten. Der japanische Autobauer Nissan will ebenfalls bis 2020 einen Wagen entwickeln, der vollständig computergesteuert fahren kann.

Der US-Internetkonzern Google hat in den USA zahlreiche Fahrzeuge zu selbstfahrenden Autos umgebaut, die durch die Straßen Kaliforniens und Nevadas kurven. Unter anderem kommen Videokameras und Radarsensoren zum Einsatz, um die Autos unfallsicher durch den Verkehr zu navigieren. Zu klären sind vor allem Sicherheitsfragen, auch rechtliche. So muss nach derzeitigem EU-Recht ein Fahrer sein Fahrzeug zu jeder Zeit selbst kontrollieren.

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Der US-Autohersteller Tesla hat erstmals Gewinne geschrieben. Nun drängt das kalifornische Vorzeige-Unternehmen nach Europa – und muss den Vorschusslorbeeren der Anleger gerecht werden.

Und selbst die Elektromobilität ohne Auto-Pilot hat in Deutschland noch nicht den Durchbruch geschafft. Dennoch hält die Bundesregierung an ihrem Ziel fest, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bekommen. Anders als einige europäische Nachbarstaaten will Deutschland keine Kaufprämien bezahlen, um der neuen Technologie auf die Beine zu helfen.

Von den rund 43 Millionen Pkws hierzulande sind gerade einmal gut 7000 Elektroautos. Experten sehen vor allem die hohen Kosten und die fehlende Infrastruktur als Hindernis dafür, dass mehr Elektroautos gekauft werden. Zudem ist die Reichweite der Batterien noch begrenzt. Die Unternehmen setzen aber weiter darauf: BMW gibt noch im Tagesverlauf den Startschuss für seine E-Auto-Produktion.

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Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.09.2013, 12:14 Uhr

Wer braucht denn so einen Blödsinn? Sind durch die vielen neuen Sichergheitsvorrichtungen in den Neuwagen die Autos nicht immer schwerer und teurer geworden? Wie viel unnötige, teure Elektronik, die auch ständig das Gewicht erhöht, kutschieren wir denn schon durch die Gegend?

Und was macht das für einen Sinn, wenn ich zum Wechseln des Fahrlichts das halbe Auto zerlegen muß?

Wir fahren ganz bewußt deutsche Youngtimer, wo man zur Not auch selber mal etwas machen kann. Wenig Elektronik, ein Schlüssel ohne Fernbedienung, keine elektrischen Fensterheber, lediglich Servolenkung und Bremskraftverstärker. Das reicht völlig aus und ist auch noch nachhaltig.

Account gelöscht!

18.09.2013, 15:01 Uhr

Grosse Ankündigungen sind immer ein Symptom von Verlegenheit und zeigen eigentlich nur dass es nicht so gut läuft. Sie zielen doch vor allem darauf Investoren zu überzeugen oder Gläubiger zu beruhigen. Wer wirklich erfolg hat und gut verkauft hält das Maul und konzentriert sich darauf das verdiente Geld wieder effektiv zu investieren.

David

18.09.2013, 19:46 Uhr

Tesla ist im Moment die einzige Organisation die es schaffen könnte die Öl/Auto-Macht anzuzählen, und dann mit vorhersagbarem wertlosem Öl die ganze weltpolitische Situation in Bewegung zu setzen. Ich hoffe dass ich das noch erleben darf. Ganz nebenbei würde auch der Planet und seine Menschen besser atmen.

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