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23.01.2013

19:14 Uhr

US-Flugzeugbauer

Boeing entschuldigt sich für Dreamliner-Pannen

Boeing gibt sich nach den Pannen des 787 Dreamliner kleinlaut. Man werde das Problem so schnell wie möglich lösen, sagt der Chefingenieur. Von der Sicherheit der Maschinen ist Boeing allerdings überzeugt.

Boeing 787 Dreamliner der ANA: Der Flugzeugbauer entschuldigt sich für die Pannen. dpa

Boeing 787 Dreamliner der ANA: Der Flugzeugbauer entschuldigt sich für die Pannen.

DublinBoeing hat wegen der Pannenserie mit dem Langstreckenjet 787 Dreamliner bei den Fluggesellschaften um Entschuldigung gebeten. „Wir werden das Problem so schnell wie möglich lösen und die Flugunterbrechung so kurz wie möglich halten“, sagte Chefingenieur Mike Sinnett am Mittwoch auf einer Luftfahrtkonferenz in Dublin.

Sein Unternehmen sei trotz der Vorfälle nach wie vor von der Sicherheit des Flugzeugs überzeugt. Boeing wolle das Vertrauen seiner Kunden in die Maschinen wieder herstellen. Über den Zeitrahmen der Untersuchungen könne er nicht spekulieren.

Dreamliner-Panne: US-Aufsicht nahm Akku-Brandgefahr in Kauf

Dreamliner-Panne

US-Aufsicht nahm Akku-Brandgefahr in Kauf

Trotz Brandgefahr sollen Behörden die Dreamliner-Batterien zugelassen haben.

Die US-Luftverkehrsbehörde FAA hatte in der vergangenen Woche angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursachen für die Batterieprobleme geklärt sind. Weltweit schlossen sich Behörden dem Verbot an und verdonnerten die bislang ausgelieferten 50 Flieger zum Verbleib am Boden.

Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB leitet die Überprüfung und wird dabei von Boeing, der FAA und dem japanischen Batteriehersteller GS Yuasa unterstützt. Je nach Ausgang der Nachforschungen könnten auf den Airbus -Konkurrenten hohe Kosten zukommen: Denkbar sind Experten zufolge Entschädigungen wegen der Flugausfälle, größere Umbauten oder eine erneute Genehmigung des Batterie- und Elektrosystems.

Vor einer Woche musste eine 787 der All Nippon Airways wegen eines Batteriebrands notlanden. Das Feuer löste Warnmeldungen und einen beißenden Geruch aus. Bei einer geparkten 787 von Japan Airlines am Flughafen in Boston hatte bereits Anfang Januar eine Batterie-Explosion einen Brand ausgelöst.

Größte Dreamliner-Flotten (Stand: Ende 2012)

All Nippon Airways

17 Maschinen im Dienst

weitere 49 bestellt

Japan Airlines

7 Maschinen im Dienst

weiter 38 Maschinen bestellt

United Airlines

6 Maschinen im Dienst

weitere 36 Maschinen bestellt

Air India

5 Maschinen im Dienst

weitere 22 Maschinen bestellt

Qatar Airways

5 Maschinen im Dienst

weitere 25 Maschinen bestellt

Ethiopian Airways

4 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

LAN Airlines

3 Maschinen im Dienst

weitere 23 Maschinen bestellt

LOT (Polen)

2 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

Von

rtr

Kommentare (1)

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roadrunner13

23.01.2013, 21:51 Uhr

Das Akku-Problem wirft aber die Frage auf, wieso der Austausch der Lithium-Ionen-Akkus jetzt erst erfolgt, bzw. auf welcher Grundlage hier die FAA und anderen beteiligten Zulassungsbehörden dieses Flugzeug überhaupt zugelassen haben?
Die FAA hat am 06.10.2011 bereits für die Baureihe Cessna Citation C525 den Rückbau der Akkus angeordnet: ...nach dem Brand eines Lithium-Ionen-Akkus!
(FAA Emergency airworthiness directive (AD) 2011-21-51).

Wenn nach so kurzer Betriebszeit der Dreamliner sich schon mindestens zwei solcher Vorfälle mit der gleichen Akkutechnik ereignet haben, dann waren wohl die Nachweise und Prüfungen dieser Akkutechnik nicht ausreichend genug sind, denn die Problematik und ein Verbot dieser Technik gab es schon als der erste Dreamliner an einen Kunden ausgeliefert wurde!

Warum stoppt die FAA an einen Jet mit weniger als 10 Sitzplätzen und lässt danach einen Deamliner mit mehr als 200 Sitzplätzen einfach fliegen?

Das ist nicht sehr vertrauensbildend für uns Passagiere, wenn die Akkus so schnell abfackeln, obwohl die Problematik schon lange bekannt war und man das wohl einfach ignoriert hat.

...Fukushima war auch sicher und perfekt, bis die Realität die ganzen Schlampereien und Mängel der Betreiber und Behörden schonungslos aufgedeckt hat.


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