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10.02.2004

07:16 Uhr

US-Justiz billigt Daimlers Vergleich mit Kleinaktionären

Schrempp: Nur ein „Brainstorming“

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp blieb auch bei seiner neuerlichen Befragung im Milliarden-Prozess gegen US-Großinvestor Kirk Kerkorian souverän - auch wenn er nicht alle Fragen beantworten konnte. Das Gespräch mit Chrysler-Finanzchef Valade, dessen Aufzeichnungen im Mittelpunkt der Befragung standen, redete er klein. Den Täuschungsvorwurf wies er erneut energisch zurück.

Jürgen Schrempp auf dem Weg zu seiner zweiten Zeugenbefragung im Kerkorian-Prozess. Foto: dpa

Jürgen Schrempp auf dem Weg zu seiner zweiten Zeugenbefragung im Kerkorian-Prozess. Foto: dpa

HB WILMINGTON. Für Jürgen Schrempp war es eine kurze Pflichtübung: Drei Stunden stellte er sich vor Gericht in Wilmington im US-Staat Delaware den Fragen der Anwälte zur Fusion von Daimler-Chrysler, dann flog der Konzernchef bereits wieder nach Deutschland zurück. Gebracht habe die auf Wunsch der Kläger einberaumte neue Befragung nichts, urteilte die Daimler-Seite nach Verhandlungsende am Montagabend (Ortszeit). Kläger-Anwalt Terry Christensen sieht dies anders. Es sei klarer geworden, dass Schrempp den Zusammenschluss von Daimler und Chrysler schon früh als Übernahme des US-Konzerns geplant habe. Geklagt hat der Milliardär und ehemalige Chrysler-Großaktionär Kirk Kerkorian, der Schrempp Täuschung der Investoren vorwirft und eine Milliarde Dollar fordert.

Bei der erneuten Befragung Schrempps, der bereits im Dezember an drei Tagen im fensterlosen Gerichtssaal vor Richter Joseph Farnan aussagen musste, ging es vor allem um Dokumente, die Daimler-Chrysler den Anwälten der Klageseite erst mit Verspätung übermittelt hatte. Die Entdeckung, dass die Dokumente im Dezember vergessen worden waren, hatte den Prozess ins Stocken gebracht und war für Daimler-Chrysler äußerst peinlich.

Brisant waren die Unterlagen nach Einschätzung der Daimler-Anwälte jedoch in keinster Weise. Es sind handschriftliche Protokollnotizen des ehemaligen Chrysler-Finanzchefs Gary Valade aus dem Jahr 1998, die nach Ansicht der Daimler-Anwälte nur ihre Position untermauern, nach Ansicht Christensens aber bisher unbekannte Einblick in Daimlers Pläne vermitteln.

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