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17.01.2005

07:00 Uhr

US-Luftfahrtkonzern prüft noch in diesem Jahr Bau eines 450-sitzigen Flugzeugs

Boeing will mit vergrößertem Jumbo kontern

VonMatthias Eberle

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Boeing plant im zivilen Flugzeugbau eine größere und modernisierte Version seines 747-Jumbos.

Eine Boeing 747 der Lufthansa startet in Frankfurt. Der US-Flugzeugbauer will den Jumbo-Jet womöglich modernisieren. Foto: dpa

Eine Boeing 747 der Lufthansa startet in Frankfurt. Der US-Flugzeugbauer will den Jumbo-Jet womöglich modernisieren. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Damit wollen die US-Amerikaner verhindern, dass der europäische Rivale Airbus mit seinem neuen Jet A380 eine Monopolstellung bei Großraumjets erhält. „Wir sind der einzige Anbieter, der aktuell in der Lage ist, die Lücke zwischen 400 und 500 Sitzen zu füllen“, sagte Boeing-Marketingchef Randy Baseler dem Handelsblatt.

Boeing prüfe derzeit intensiv die Entwicklung eines 450-Sitzers „747 Advanced“, der mit den Triebwerken und der Technologie der neuen 7E7-Generation ausgestattet werden solle, sagte Baseler. Im Vergleich zur bisherigen 747-400, die in der Regelausstattung 419 Passagieren Platz bietet, könnte der neue Jet mit zehn bis 15 Prozent günstigeren Betriebskosten fliegen.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen versucht Boeing mit allen Mitteln, das Programm noch in diesem Frühjahr offiziell zu starten. „Speziell die 747-Linie steht unter großem Druck. Wenn nicht schnell eine Weiterentwicklung des Jumbos kommt, bleibt Boeing nur der Ausstieg aus diesem Programm“, sagte ein führender Branchenberater. „Dann würde man Airbus das prestigeträchtige Großraumsegment komplett überlassen.“ Die erste A380 mit mindestens 555 Sitzen soll morgen in Toulouse aus der Werkshalle rollen. Mit einem Listenpreis von 280 Mill. Dollar ist der Doppeldecker das teuerste Passagierflugzeug der Welt.

Nach dem Stopp der Baureihe 757 und der gerade verkündeten Schließung der 717-Produktion (siehe „Betagte Baureihen“) wäre ein Aus für den Jumbo 747 ein weiterer, herber Imageverlust für Boeing. Ohnehin macht dem jahrelang unangefochtenen Weltmarktführer zu schaffen, dass er 2003 und 2004 jeweils weniger Flugzeuge ausgeliefert hat als sein europäischer Rivale. Auch im laufenden Jahr dürfte Airbus die Spitzenposition mit der geplanten Auslieferung von 350 bis 360 Flugzeugen verteidigen. Boeing rechnet damit, in diesem Jahr rund 320 Jets auszuliefern.

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