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20.01.2009

16:41 Uhr

US-Markt

Audi schraubt Ziele herunter

Eigentlich wollte die VW-Tochter Audi in den USA bis 2015 ihre jährlichen Verkaufszahlen mehr als verdoppeln. Doch das ehrgeizige Ziel wird angesichts des einbrechenden amerikanischen Automarktes immer unrealistischer. Macht nichts, meint der Autobauer.

Audi sieht in den USA keinen Grund zur Eile. Foto: dpa. Quelle: dpa

Audi sieht in den USA keinen Grund zur Eile. Foto: dpa.

HB MÜNCHEN. Die Volkswagen-Tochter Audi gibt sich auf dem lahmenden US-Markt mehr Zeit für das Erreichen ihres Absatzziels. Eigentlich wollte Audi dort bis 2015 jährlich 200 000 Autos verkaufen - mehr als doppelt so viele wie bisher. Vorstandschef Rupert Stadler sagte laut Medienberichten: „Derzeit gibt es für den US-Markt, der einmal für 16 Millionen Einheiten pro Jahr gut war, Prognosen von elf bis 12,5 Millionen. Wenn wir dadurch in der Zeitachse um ein halbes Jahr nach hinten rutschen, werde ich nachts trotzdem ruhig schlafen.“

Bis 2015 werde Audi weltweit 1,5 Millionen Autos absetzen, bekräftigte Stadler. „Wir bleiben bei unseren strategischen Zielen. Natürlich muss man jedes Jahr wieder nachschärfen, doch wir haben unsere Hausaufgaben bisher gut gemacht.“ Dies gelte auch für die USA.

Dort wollte Audi ursprünglich 2008 mehr als 100 000 Autos verkaufen, kam aber wegen der Krise nur auf 87 760. Auf dem weltgrößten Automarkt wurden im vergangenen Jahr so wenige Autos verkauft wie seit 16 Jahren nicht. Um die Verkaufszahlen in den USA anzukurbeln, will Audi bis zu einem Fünftel mehr für Marketing ausgeben.

Wegen der tiefen Krise nehmen sich die Ingolstädter zudem mehr Zeit für eine Entscheidung über eine eigene US-Produktion und wollen erst bis Mitte dieses Jahres festlegen, ob sie am Standort der Konzernmutter VW in Chattanooga/Tennessee fertigen oder ein eigenes Werk bauen.

Unterdessen wies Audi einen ungarischen Radiobericht zurück, wonach der Konzern in seinem Werk in Györ bis zu 1 600 von knapp 6 000 Stellen streichen will. „Das ist nicht wahr“, sagte ein Sprecher. Audi hatte in Ungarn die Produktion über Weihnachten für vier Wochen unterbrochen. In Györ werden die Sportwagen TT und TT Roadster und das A3 Cabrio gebaut.

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