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12.01.2010

09:51 Uhr

US-Markt

Dem Smart geht die Puste aus

VonMartin Tofern

Seit zwei Jahren versucht Daimler, die amerikanischen Autofahrer von dem sparsamen und plastikverkleideten Smart zu überzeugen - doch langsam geht dem Konzern dabei die Luft aus. Um so dringlicher wird es für Daimler, für die Marke einen Partner zu finden.

Ein Smart in der Innenstadt von San Francisco: Der Verkauf des Kleinstwagen auf dem US-Markt lahmt. Quelle: dpa

Ein Smart in der Innenstadt von San Francisco: Der Verkauf des Kleinstwagen auf dem US-Markt lahmt.

DETROIT. Das Debüt mit dem zweisitzigen Stadtflitzer auf dem amerikanischen Markt lahmt nach dem vielversprechenden Start im Jahr 2008, als die US-Verkäufe dem Konzern den ersten Gewinn bescherten. Der Verkauf des einzigen Smart-Modells, des "Fortwo", ging im vergangenen Jahr in den USA um 41 Prozent auf 14 600 Autos zurück - deutlich mehr als der 15-Prozent-Rückgang bei Daimler.

Daimler braucht einen Partner

"Der Smart ist kein Auto im traditionellen Sinn, sondern eine stylische Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln", sagt Jim Hall, Chef der Consultingfirma 2953 Analytics, der bei GM und Toyota an der Entwicklung neuer Modelle mitgearbeitet hat. "Das Problem von Smart ist, dass die Mode sehr flüchtig ist." Der nachlassende Erfolg von Smart in den USA hebt die Tatsache hervor, dass Daimler unbedingt einen Partner finden muss, um die Modellpalette zu erweitern und die Kosten zu senken - dafür werden laut Daimler zwei Milliarden Dollar benötigt. Der Hersteller spricht derzeit mit Renault SA und anderen Autobauern über eine mögliche enge Zusammenarbeit, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche im Dezember.

"Die Erfolglosigkeit bei Kleinwagen ist eine große Schwäche und Daimler braucht wahrscheinlich einen Partner, um das umzudrehen", sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center Automotive an der Universität Bergisch-Gladbach.

Billigere Alternativen

Die Kunden favorisierten den Mini von BMW. Es gebe höherwertige Alternativen für den Fortwo, die bei 11 900 Dollar anfangen, sagt Hall. Der Niedergang von Smart in den USA beschleunigte sich im vierten Quartal, in dem nur noch 2 174 Smarts verkauft werden konnten - ein Niedergang von 66 Prozent gegenüber Vorjahr. Im selben Zeitraum verkaufte BMW 10 229 Minis, ein Rückgang von 24 Prozent. "Es ist schwer für Smart, den Erfolg des Mini zu wiederholen", sagt Rebecca Lindland vom IHS Global Insight in Lexington. "Das primäre Charakteristikum des Smart ist, dass er klein ist, das des Mini, dass er einfach unwiderstehlich ist und obendrein Leistung bringt." Hinzu kommt, dass viele Amerikaner zögern, einen Kleinstwagen zu kaufen, weil der von den vielen Pickups und SUVs auf den Straßen erdrückt zu werden scheint.

Kommentare (1)

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Icke

14.01.2010, 14:26 Uhr

Worin besteht bei diesem Artikel die Leistung des Journalisten Martin Tofern ?

Derselbe Artikel erscheint hier in längerer englischer Version: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/01/10/AR2010011002447.html?wprss=rss_world/europe

Übersetzung 2, ansonsten "Setzen 6" fürs Handelsblatt...

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