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30.01.2014

16:15 Uhr

US-Motorradhersteller

Harley-Davidson ist zurück

Die dürren Jahre sind für Harley-Davidson vorbei: Die Maschinenstehen bei vielen Motorrad-Liebhabern wieder hoch im Kurs. Nur in einer Region schrumpfen die Verkäufe der kultigen Motorräder.

Harley-Davidson Parade in Rom: Das Unternehmen hat ein beeindruckendes Comeback hinter sich. ap

Harley-Davidson Parade in Rom: Das Unternehmen hat ein beeindruckendes Comeback hinter sich.

MilwaukeeDie Fans von Harley-Davidson sind in Kauflaune. Im vergangenen Jahr wurde der US-Hersteller annähernd 261.000 seiner kultigen Motorräder los. Das waren rund 11.000 mehr als 2012. Einzig in der Region Europa schrumpften die Verkäufe leicht.

„2013 war ganz ohne Frage ein herausragendes Jahr für Harley“, erklärte Firmenchef Keith Wandell am Donnerstag am Sitz in Milwaukee. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (4,3 Mrd Euro). Der Gewinn verbesserte sich um 18 Prozent auf unterm Strich 734 Millionen Dollar.

Harley hat damit ein beeindruckendes Comeback hinter sich: Die Firma hatte in der Wirtschaftskrise ums Überleben kämpfen müssen, weil die Verkäufe der teuren Maschinen eingebrochen waren. Wandell gab in der Not die Marken MV Agusta und Buell auf, strich Tausende Jobs und modernisierte die Produktion. Heute profitiert der Hersteller von seiner Neuaufstellung.

Größter Markt sind traditionell die USA. Hier verkauft Harley zwei von drei Motorrädern. Am stärksten wuchs der Absatz jedoch im vergangenen Jahr in Lateinamerika und im asiatisch-pazifischen Raum.

Kurze Harley-Fahrer-Typologie

Viel mehr als nur Bad Boys

In seinem Aufsatz "Magie einer Marke" greift der Hamburger Soziologe Kai-Uwe Hellmann eine eingängige Typisierung verschiedener Gruppen von Harley-Davidson-Fahrern auf, von der leider nicht belegt ist, aus welcher Quelle sie stammt. Unterhaltsam und zutreffend ist ist allemal, auch wenn es einigen Harley-Fahrern nicht gefallen wird ...

MOPS

MOPS steht für „mom-and-pops-bikers“: Paare, die ihre Harley als normales Transportmittel benutzen.

RUBS

RUBS sind „Rich Urban Bikers“: vorwiegend Männer, die sich mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter und vor dem Hintergrund ihres beruflichen Erfolgs (Anwälte, Broker, Ärzte etc.) eine Harley (problemlos) leisten
(können), um das Lebensgefühl der Teenager und Outlaws nochmals in sich aufleben zu lassen.

SEWERS

SEWERS steht für „Suburban Weekend Riders“: Vorstadtbewohner, die unter der Woche ein ganz normales Leben führen, in den weitverzweigten „suburbs“ mit den vielen gleich aussehenden Einfamilienhäusern wohnen und zum Wochenende ihre Harley aus der Garage holen, um eine kleine Spritztour zum nächsten Harley-Treffpunkt zu machen.

RIOTS

„Retired Idiots On Tour”: zumeist ältere Personen, die ihren verdienten Ruhestand dazu nutzen, ihre Freizeit und ihre finanzielle Abgesichertheit zu genießen, indem sie sich eine Harley kaufen und längere Überlandfahrten machen.

MUGWUMPS

MUGWUMPS („My Ugly Goldwing Was Upsetting My Peers”): ehemalige Fahrer einer Honda Goldwing, deren Behäbigkeit und betuliches Image im Bekanntenkreis auf wenig Gegenliebe gestoßen ist, weshalb sie sich zu einem Markenwechsel genötigt sahen.

AHABS

„Aspiring Hardass Bikers”: Vermutlich handelt es sich hierbei um Harley-Fahrer, die vorgeben, besonders lange Fahrten übers Land zu unternehmen, mit den entsprechenden Folgen fürs eigene Gesäß.

BASTARDS

„Bought A Sportser, Therefore a Radical Dude”: Diese Bezeichnung betrifft das prätentiöse Gehabe mancher Harley-Fahrer, die sich durch den Besitz einer solchen Maschine im antibürgerlichen Image der Harley-Kultur sonnen.

IGLOOS

„I got the look, Own one Soon”: Personen, die zwar gerne eine Harley hätten, sich aber keine leisten können und sich statt dessen durch entsprechende Kleidungsstücke und die zugehörigen Accessoires schmücken, um den Anschein von Harley-Besitz und H.O.G.-Zugehörigkeit zu erwecken; siehe auch HOOTS ...

HOOTS

„Have one Ordered, True Story”: HOOTS sind den IGLOOS sehr ähnlich, nur begnügen diese sich mit der nur vorgetäuschten Tatsache, dass sie demnächst eine Harley besitzen werden, deren Bestellung schon erfolgt
ist.

Nach Ansicht des Managements wird das Unternehmen in diesem Jahr noch einen Zahn zulegen. Die Zahl der Maschinen, die an die Händler ausgeliefert werden, soll auf 279 000 bis 284 000 steigen. Man wolle über die bestehende Fangemeinde hinaus neue Kunden gewinnen, erklärte Firmenchef Wandell.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Ducati-Monster

30.01.2014, 17:22 Uhr

Bevor ich eine Harley fahre, kaufe ich mir lieber ein Motorrad :-)

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