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02.02.2006

14:10 Uhr

US-Spezialchemiehersteller übertrifft im vierten Quartal Erwartungen

BASF liegt bei Engelhard vorne

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF ist mit seinem Angebot für den US-Katalysatorenhersteller Engelhard bisher konkurrenzlos.

HB NEW YORK. „Wir haben Anfragen und Interessenbekundungen erhalten“, es gebe allerdings keine höhere Offerte als die von BASF, räumte Engelhard-Chef Barry Perry in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Donnerstag ein. Engelhard lote weiter Alternativen aus, die den Aktionären mehr Wert brächten als das als unangemessen abgelehnte Angebot des weltgrößten Chemiekonzerns. Die Amerikaner fühlen sich nach einem starken Gewinnwachstum im vierten Quartal alleine stark genug.

BASF hat 37 Dollar in bar je Engelhard-Aktie geboten - 4,9 Mrd. Dollar insgesamt. Perry hatte Reuters gesagt, sein Unternehmen würde eine höhere BASF-Offerte in Betracht ziehen. „Wir wollen nichts blockieren, sondern nur den Wert für die Aktionäre steigern“, sagte er den Analysten. Der Ludwigshafener Konzern will seine Offerte aber nicht aufstocken.

Das Engelhard-Management gehe davon aus, dass seine Strategie den Aktionären mehr Wert bringe als das Angebot von BASF. „Das Board schaut sich alle Optionen an, die zu einem höheren Wert für die Aktionäre führen“, sagte Perry. Sollten diese zu einer Transaktion führen, werde Engelhard dies bekannt geben. Der US-Konzern wird von der Investmentbank Merrill Lynch beraten. Analyst Michael Judd von Greenwich Consultants schätzt den Wert von Engelhard auf 40 bis 43 Dollar je Aktie. „Sie machen das richtig“, sagte er mit Blick auf den Widerstand gegen BASF.

Im vierten Quartal 2005 hat das US-Spezialchemieunternehmen das Ergebnis deutlich gesteigert. Der Gewinn erhöhte sich auf 63,8 Mill. Dollar von 58,1 Mill. im Vorjahreszeitraum. Der Nettoumsatz lag bei 1,3 Mrd. Dollar, ein Plus von 26 Prozent. Im Gesamtjahr stieg der Umsatz auf 4,6 Mrd. von 4,1 Mrd. Dollar. „Unsere Quartalsergebnisse sind im Einklang mit unserem Geschäftsplan und zeigen, dass wir Engelhard für starkes Gewinnwachstum in den nächsten Jahren positioniert haben“, sagte Konzernchef Perry.

Für die Jahre 2006 bis 2010 erwartet Engelhard ein Umsatzwachstum von acht Prozent im Jahr und einen Anstieg des Gewinns je Aktie um 16,5 Prozent. Die Investitionen der vergangenen Jahre fingen gerade erst an sich auszuzahlen, sagte Perry. Engelhard sei zuversichtlich, das angestrebte Wachstum zu erreichen. BASF hatte bereits vor Veröffentlichung der Zahlen erklärt, das Übernahmeangebot für Engelhard spiegele die voraussichtlich starken Quartalszahlen und die optimistischen Erwartungen schon wider.

Die Offerte von BASF läuft bis zum 6. Februar; sie kann aber noch verlängert werden. Um sich die Anteilsmehrheit zu sichern, muss BASF mehr als 65 Mill. Aktien der Spezialchemie-Firma einsammeln. Im Umlauf sind rund 120 Mill. Engelhard-Aktien, dazu kommen elf Mill. aus laufenden Optionsprogrammen. BASF ist bereits Aktionär von Engelhard, wenn auch in geringem Umfang: Der Konzern hat kürzlich 100 Engelhard-Aktien am Markt erworben.

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