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27.01.2009

15:02 Uhr

USA

Home Depot baut 7 000 Stellen ab

VonChristoph Schlautmann

Die US-Baumarktkette spürt die Immobilienkrise deutlich, die Kunden bleiben aus. Der US-Riese zieht drastische Konsequenzen. Die Managergehälter sollen eingefroren und zwei Proent der Belegschaft abgebaut werden. 40 Märkte will der Konzern schließen.

Das Sanierungsprogramm führt bei Home Depot zu einer Belastung von über 500 Millionen Dollar. Foto: AP ap

Das Sanierungsprogramm führt bei Home Depot zu einer Belastung von über 500 Millionen Dollar. Foto: AP

ATLANTA. Die weltweit größte Baumarktkette, der US-Riese Home Depot, zieht drastische Konsequenzen aus der andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise: Wie das Unternehmen gestern in Atlanta/Georgia mitteilte, will es wegen des Geschäftsrückgangs 7 000 Stellen abbauen - und damit rund zwei Prozent der Belegschaft. Auch die Managergehälter sollen eingefroren werden.

Zudem kündigte das jahrelang als Branchenvorbild gehandelte Unternehmen die Schließung von 40 Märkten an. Die Investitionen für das kommende Jahr strich der US-Konzern auf eine Mrd. Dollar zusammen, nur noch zwölf Märkte sollen neu eröffnet werden. Bislang war Home Depot kräftig gewachsen, weil man sich verstärkt auf Großabnehmer wie Handwerksbetriebe spezialisiert hatte.

Ähnlich wie der deutsche Wettbewerber Praktiker, der im abgelaufenen Jahr einen flächenbereinigten Umsatzrückgang von sechs Prozent beklagte, bekommt Home Depot aber nun die Folgen der Finanzkrise hautnah zu spüren. Weil immer weniger Eigenheime den Besitzer wechseln, bleiben den Baumärkten die Kunden aus. So sei der Umsatz 2008 voraussichtlich um acht Prozent geschrumpft, bestätigte der US-Konzern gestern seine bisherigen Prognosen. Im Vorjahr hatten die Heimwerkermärkte noch 77 Mrd. Dollar in ihren Kassen gezählt. Unter der Kaufzurückhaltung litt entsprechend das Geschäftsergebnis. So bestätigte Home Depot gestern seine Prognose, nach der das Ergebnis je Aktie im fortgeführten Geschäft und vor Sonderposten um 24 Prozent gesunken sein dürfte.

Auch der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr ab Februar 2009 ist trüb. Insgesamt rechne man mit einer anhaltend schwachen Nachfrage, hieß es. Prognosen zum Umsatz und Ergebnis je Aktie sollen allerdings erst bei der Veröffentlichung der endgültigen Jahreszahlen am 24. Februar gemacht werden.

Neben dem Stellenabbau kündigte Home Depot zusätzliche Schließungen an. Die Tochter Expo Design Center, ein auf hochwertige Ausstattung spezialisierter Einrichter, wolle man aufgeben und die dazugehörigen Niederlassungen schließen. Schon vor dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes habe das Geschäft die Erwartungen nicht erfüllt.

Das Sanierungsprogramm führt bei Home Depot allerdings zu erheblichen Belastungen. Vor Steuern bezifferte sie der Konzern auf 532 Mio. Dollar. Im Gegenzug sollen die Einsparungen im Geschäftsjahr 2009/10 das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 305 Mio. Dollar verbessern. Im frühen Handel legte die Aktie knapp sechs Prozent zu.

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