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22.07.2015

15:28 Uhr

VCI-Halbjahresbericht

Bessere Margen für die Chemie in Sicht

VonSiegfried Hofmann

Was Importeure schreckt, lässt Exporteure frohlocken – wie etwa die deutschen Chemiekonzerne. Wegen der anhaltenden Dollarstärke rechnet der Branchenverband VCI mit größerem Wachstum – wenn auch moderat.

Weil die deutschen Chemiekonzerne aufgrund des starken Dollars günstig in die USA exportieren können, rechnet der VCI mit einem Umsatzplus für 2015. dpa

Starker Dollar

Weil die deutschen Chemiekonzerne aufgrund des starken Dollars günstig in die USA exportieren können, rechnet der VCI mit einem Umsatzplus für 2015.

FrankfurtDie deutsche Chemiebranche bewegt sich weiterhin in einem moderaten, aber stabilen Aufwärtstrend. Das geht aus den jüngsten Daten des Branchenverbandes VCI hervor. „Die Halbjahresbilanz gibt keinen Anlass zum Jubeln, aber auch keinen Grund zu Klagen“, sagte VCI-Präsident und Bayer-Chef Marijn Dekkers in Frankfurt.

Anders als der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), der kürzlich seinen Jahresausblick nach unten revidierte, bleibt der VCI bei der bisherigen Prognose, die ein Wachstum der Produktion von 1,5 Prozent vorsieht.

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Die Umsatzerwartung hat der Verband sogar leicht angehoben. Anstelle eines Rückgangs von 0,5 Prozent erwartet er jetzt ein Plus von 0,5 Prozent für das Gesamtjahr. Grund dafür ist eine Wende in der Preisentwicklung. Nach Rückgängen in den Vormonaten ziehen die Chemiepreise zur Jahresmitte wieder leicht an.

Dazu haben zum einen die Aufwertung des Dollar und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem Euro sowie ein leichter Wiederanstieg der Rohstoffpreise beigetragen. Letztere konnten die Chemiehersteller in den eigenen Absatzpreisen weitergeben konnten.

Zum anderen hat sich nach den Worten von Dekkers aber auch die Anlagen-Auslastung in einigen Bereichen der Branche, insbesondere in der Spezialchemie, verbessert. Das gab den Unternehmen zusätzlichen Spielraum für Preiserhöhungen und dürfte sich zudem, wie Dekkers deutlich machte, auch in höheren Margen niedergeschlagen haben.

Ein ähnliches Bild spiegelt sich auch in den Analystenerwartungen für die Halbjahresergebnisse der Branche. Die meisten Experten prognostizieren für die Chemiefirmen schwaches Absatzwachstum, gleichzeitig aber deutlichen Rückenwind durch die Preisentwicklung und positive Währungseffekte. In diese Richtung deuteten bereits die Zahlen des niederländischen Chemiekonzerns Akzo, der für das zweite Quartal und das erste Halbjahr eine Steigerung des operativen Ertrags um jeweils mehr als ein Drittel meldete.

Analysten der Citigroup erwarten für den Sektor ein operatives Ertragsplus von durchschnittlich 14 Prozent im zweiten Quartal. Die meisten anderen Banken liegen laut Bloomberg mit ihren Erwartungen noch drei bis vier Prozentpunkte höher. Am Freitag legt Branchenführer BASF als erster deutscher Chemiekonzern Zahlen vor.

Im ersten Halbjahr steigerte die Chemieindustrie ihre Produktion um ein Prozent und den Umsatz um 0,5 Prozent auf 96,5 Milliarden Euro. Die Auslastung der Kapazitäten hat sich nach Daten des Verbandes dadurch auf durchschnittlich 84,5 Prozent verbessert, gegenüber 83,3 Prozent im Vorjahr.

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