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25.02.2015

12:28 Uhr

VCI-Prognose

Chemiebranche blickt skeptisch auf 2015

Wegen des stark gesunkenen Erdöl-Preises hat die deutsche Chemie-Industrie ihre Prognose gekappt. Der Branchen-Umsatz soll in diesem Jahr erstmals seit 2009 wieder zurückgehen.

Die Chemiebranche rechnet für 2015 mit einem Umsatzrückgang. dpa

Die Chemiebranche rechnet für 2015 mit einem Umsatzrückgang.

FrankfurtDer niedrige Ölpreis und ein hoher Wettbewerb dämpfen die Geschäftserwartungen der Chemiebranche. Für das laufende Jahr rechnet Deutschlands drittgrößter Industriezweig mit einem leichten Umsatzrückgang von 0,5 Prozent auf 192,2 Milliarden Euro, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Noch im Dezember war ein Umsatzplus von 1,5 Prozent in Aussicht gestellt worden.

„Abgesehen vom Krisenjahr 2009 ist es das erste Mal seit 2002, dass wir wieder ein Minus beim Umsatz ausweisen müssen. Dieser Rückgang ist aber kein Spiegel der Chemiekonjunktur, sondern allein dem Preiseffekt geschuldet“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann. So geht der VCI von einem Rückgang der Chemikalienpreise von voraussichtlich zwei (zuvor minus 0,5) Prozent aus. Die niedrigen Rohstoffkosten müssten wegen des hohen Wettbewerbs in der Branche direkt an die Kunden weitergegeben werden. Die Chemieproduktion dürfte 2015 um 1,5 Prozent zulegen.

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Das weltweite Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage hatte den Ölpreis seit Sommer vergangenen Jahres ins Rutschen gebracht. Anfang Januar war das Nordsee-Öl Brent erstmals seit Frühjahr 2009 unter die Marke von 50 Dollar je Fass gefallen. "Der Ölpreisabsturz war so im Dezember noch nicht absehbar gewesen", sagte VCI-Chefvolkswirt Henrik Meincke. Öl spiele als Energieträger in der Chemie zwar keine große Rolle, weshalb die finanzielle Entlastung durch die niedrigen Preise kaum ins Gewicht falle.

Allerdings führten sinkende Ölpreise zu einer Verringerung der Rohstoffkosten, Primärchemikalien wie Ethylen, Propylen oder Benzol kosteten derzeit rund 35 Prozent weniger als noch im Juli 2014. „Die eingesparten Milliardenbeträge erhöhen jedoch weder die Wertschöpfung noch die Gewinne der Unternehmen. Denn der intensive Wettbewerb zwingt sie, die Kostenersparnis an die Kunden weiterzureichen“, erklärte Tillmann. Der VCI rechnet damit, dass die Ölpreise mittelfristig steigen, sobald das Überangebot im Markt abgebaut sei.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Ungläubig

25.02.2015, 12:55 Uhr

»Die deutsche Chemiebranche befindet sich derzeit mitten in Tarifverhandlungen für ihre rund 550.000 Beschäftigten.« Nachtigall, ick hör' dir trapsen…

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