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05.10.2012

16:09 Uhr

VCI-Studie

Chemieindustrie wird exportabhängiger

Die deutsche Chemiebranche wird bis 2030 noch mehr ihrer Produkte ins Ausland liefern. Das zeigt eine neue Studie. Zudem verschiebt sich das Wachstum nach China. Grund zur Sorge ist diese Entwicklung aber nicht.

Die Chemieindustrie bleibt laut einer Studie auch in den nächsten Jahren stabil. dpa

Die Chemieindustrie bleibt laut einer Studie auch in den nächsten Jahren stabil.

EssenDie deutsche Chemiebranche wird einer Studie zufolge in den nächsten beiden Jahrzehnten die Wachstumsverschiebung zu Gunsten von Schwellenländern wie China deutlich zu spüren bekommen. Nach einer am Freitag in Essen vorgestellten Studie des Chemieverbandes VCI und des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos wird die deutsche Chemieproduktion bis 2030 zwar jährlich um etwa 1,8 Prozent wachsen. „Sie legt damit eine höhere Dynamik an den Tag als die deutsche Industrie oder die Gesamtwirtschaft“, erklärte der scheidende Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Evonik-Chef Klaus Engel. Mit dem weltweiten Chemiewachstum könne die deutsche Chemie, zu der Branchengrößen wie BASF und Bayer zählen, aber nicht mithalten. Die globale Nachfrage nach Chemikalien wird der Studie zufolge bis 2030 im Schnitt deutlich stärker um 4,5 Prozent jährlich zunehmen.

Ihren Platz in den obersten Rängen in der Weltliga wird die deutsche Chemie den Experten zufolge aber weitgehend behaupten können. Deutschland steigt VCI-Chef Engel zufolge bis 2030 gegenüber 2011 lediglich einen Platz ab und wird hinter China, USA, Japan und Indien dann fünftwichtigster Produktionsstandort sein. Die Experten gehen davon aus, dass in den nächsten beiden Jahrzehnten die Chemienachfrage aus den Schwellenländern – vor allem in Asien – stark steigt. Darüber hinaus rechnen sie damit, dass sich in den Industrieländern die Chemienachfrage zugunsten ausgefeilterer Chemieprodukte weiter verändert.

Die deutschen Chemieunternehmen werden bei dieser Entwicklung auch weiter kräftig vom Chemieexport ins Ausland profitieren. Die Studie geht davon aus, dass die Exportabhängigkeit der deutschen Chemie in den nächsten Jahren sogar noch zunimmt. Wurden 2011 rund 52 Prozent der Chemieproduktion für das Ausland hergestellt, werden es 2030 bereits rund 60 Prozent sein. Dabei wird China in zwanzig Jahren hinter Frankreich zum zweitwichtigsten Abnehmer für Chemieerzeugnisse aus Deutschland aufsteigen.

Von

rtr

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