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02.07.2014

15:13 Uhr

VDA-Halbjahreszahlen

Endlich wieder Gas geben

Die Halbjahreszahlen der deutschen Autoindustrie geben Anlass zur Hoffnung. Die Produktion steigt, der Export noch schneller, meldet der VDA. Doch der Einfluss der Importmarken im Heimatmarkt wächst.

Opel glänzt wieder ein bisschen: die Verkäufe auf dem Heimatmarkt legen im ersten Halbjahr zu.

Opel glänzt wieder ein bisschen: die Verkäufe auf dem Heimatmarkt legen im ersten Halbjahr zu.

BerlinDeutsche Autos sind besonders in Europa wieder begehrt. Der Export deutscher Autos habe in den ersten Halbjahr um satte 16 Prozent zugelegt, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mit. „Gut jedes zweite Auto, das wir aus Deutschland exportieren, geht in die EU-Länder“, sagte der VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Damit haben auch die heimischen Werke viel zu tun: Im Vergleich zum Vorjahr, legte die Produktion in den ersten Monaten des Jahres um sechs Prozent zu. Selbst im Sommer müssen Sonderschichten geschoben werden. Das stimmt den Verband auch optimistisch für das Gesamtjahr. Die Produktion soll bis zum Ende des Jahres auf 5,65 Millionen Fahrzeuge steigen, das wären vier Prozent mehr als im Vorjahr. Bisher war man von einem Wachstum von zwei Prozent ausgegangen.

Die gute Auftragslage habe dazu geführt, dass sich die Zahl der Stammbeschäftigten in der Branche innerhalb eines Jahres um zwei Prozent auf 766 800 (Stand: April 2014) erhöht habe. „Wir gehen davon aus, dass sich der Beschäftigungsaufbau langsam fortsetzt“, erklärte Wissmann..

Bei aller Euphorie über den steigenden Export - der Heimatmarkt stagniert. Die Nachfrage der Deutschen nach Neuwagen sank im Juni. Nach Angaben des VDA wurden zwei Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahr. Das hänge allerdings auch damit zusammen, dass die Autohäuser wegen Feiertagen geschlossen hätten. In der ersten Jahreshälfte legten die Neuzulassungen in Deutschland insgesamt um zwei Prozent auf gut 1,5 Millionen Fahrzeuge zu. Vor allem Firmen kauften Autos, während sich private Käufer zurückhielten. Die Hersteller versuchen deshalb weiter, den Absatz durch Preisabschläge anzukurbeln, was auf Kosten der Gewinne geht.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Für das Gesamtjahr bleibt der VDA bei seiner Prognose von rund drei Millionen Neuzulassungen - kaum mehr als im vergangenen Jahr. 2013 waren hierzulande 2,95 Millionen Autos neu auf die Straßen gekommen. Der Pkw-Absatz in Deutschland pendelt schon seit mehreren Jahren um die Marke von drei Millionen Fahrzeuge.

Bei den Herstellern fällt die Bilanz nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes im ersten Halbjahr allerdings überwiegend positiv aus. Unter der heimischen Herstellern gibt es gleich mehrere Gewinner: Bei Ford steht unter dem Strich ein Plus von 9,8 Prozent, Sportwagenbauer Porsche kann auf dem Heimatmarkt 7,1 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen. Und sogar der lange kriselnde Autobauer Opel hat sich wieder berappelt - und verkaufte bis Ende Juni 6,9 Prozent mehr Fahrzeuge.

Die größten Verlierer auf dem deutschen Markt sind die kleinen Ableger von Daimler und BMW: Smart (-16,8 %) und Mini (-12,5 %) büßen Marktanteile ein. Und auch beim Platzhirsch VW geht der Absatz in Deutschland leicht um 0,5 Prozent zurück. Trotzdem können die Wolfsburger ihren Titel als Marktführer mit einem Anteil 21 Prozent verteidigen.

Kommentare (1)

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Herr Leonhard Fischer

02.07.2014, 16:26 Uhr

Sehr gut ! Fahre Aventador V12 und div. Zuffenhausener Modelle, und sichere damit auch deutsche Arbeitsplätze. Alles hochwertige Qualität und exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Als Leistungsträger gönne ich mir diesen Lifestyle, um mich damit immer wieder zu motivieren. Spritpreis und sonst. Kosten sind mir vollkommen egal bzw. interessieren mich nicht.

Wohlstand dank Euro, und den richtigen Beruf als Investmentbanker. So einfach ist das. Over and out !

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