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11.01.2009

16:39 Uhr

VDA

Krise: Deutsche Autobauer wollen profitieren

VonMark C. Schneider

VDA-Präsident Wissmann bemüht sich, bei der Autoshow in Detroit Optimismus zu verbreiten. Die deutschen Autobauer sieht er in den USA als Profiteure der taumelnden amerikanischen Konkurrenz.

VDA-Chef Matthias Wissmann gibt sich optimistisch. Foto: ap Quelle: ap

VDA-Chef Matthias Wissmann gibt sich optimistisch. Foto: ap

DETROIT. Die Sonne geht kurz nach acht Uhr am Sonntag über dem Detroit River auf. Der Fluss trennt die Autostadt im US-Staat Michigan von den Nachbarn im kanadischen Ontario. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes (VDA) der Autoindustrie, war lange genug Politiker, um die rhetorische Chance im Konferenzraum Skyline Room des Messezentrums Cobo Hall zu nutzen. Von der Hoffnung auf "Morgenröte" spricht der Präsident, als ihm das Licht ins Gesicht fällt. Die Sätze sollen den dringend benötigten Optimismus verbreiten. Der Cheflobbyist spricht von der "Krise, in der speziell für die deutschen Hersteller Chancen zu sehen sind".

Die Lage ist düster zum Auftakt der Autoshow in Detroit. Im entscheidenden Markt für PKW und leichte Nutzfahrzeuge brachen die Verkäufe 2008 in den USA um 18 Prozent auf knapp 13,2 Mill. Stück ein. Doch der VDA bekennt sich zu den USA. "Wer sich hier nicht anstrengt, kann auch weltweit nicht punkten", sagt Wissmann. Langfristig, daran gebe es keinen Zweifel, werde der US-Markt wieder auf einen Wachstumspfad einschwenken, macht er seinen Mitgliedern Mut. Branchenkenner teilen die Einschätzung. Besonders optimistisch sind die Autoanalysten von Global Insight: Nach dem Krisenjahr 2009 und einem Rückgang auf 11 bis 12 Mill. Fahrzeuge rechnen sie für 2010 mit einer Erholung des Absatzes auf 14 Mill. Stück. 2012 sollen es gar 16 Mio. sein.

Im vergangenen Jahr mussten sich Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen dagegen mit dem Gewinn von Marktanteilen begnügen. Sie legten 2008 um einen Prozentpunkt auf 6,7 Prozent zu. Mittelfristig will Wissmann die 10-Prozent-Marke knacken. "Wir wollen strategisch Marktanteile gewinnen, um nach der Krise stärker dazustehen", lautet seine Devise. Die Kehrseite der Medaille: Der Absatz der Deutschen ging 2008 um 6 Prozent zurück. Sie verkauften mit 890 000 Fahrzeugen 5 8000 weniger als im Vorjahr.

"Es kommt für uns jetzt darauf an, trotz der dramatischen Situation der amerikanischen Autobauer die Infrastruktur bei Zulieferern und Händlern in den USA zu halten und auszubauen", sagt Wissmann dem Handelsblatt. Davon hänge vieles ab. Einzelne Einbrüche könnten die Hersteller insgesamt zurückwerfen. "Deutsche Hersteller wie Daimler mit Smart und Volkswagen greifen jetzt den Massenmarkt an", sagt Wissmann. Bereits im vergangenen Jahr war jedes dritte von deutschen Konzernen abgesetzte Auto in den USA ein Kleinwagen. Im PKW-Segment machen Kleinwagen bereits 20 Prozent des US-Marktes aus - vor vier Jahren waren es 14 Prozent.

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