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28.01.2016

06:56 Uhr

VDA-Neujahrsempfang

Der Eiertanz um die Kaufprämie

VonMarkus Fasse, Christian Schnell

Erst will die Politik Elektroautos, dann auch die Industrie. Bloß die Kunden zeigen bisher kaum Interesse. Nun sollen Anreize her. Nur welche? Der Neujahrsempfang des Branchenverbandes VDA zeigt den Stand der Diskussion.

Die Politik sucht nach Wegen, den Absatz zu fördern. dpa

Elektroautos

Die Politik sucht nach Wegen, den Absatz zu fördern.

BerlinAlexander Dobrindt ist ein Mann der markigen Worte. Die Autobahnmaut wollte er in Deutschland schon einführen, nun hat er sich die Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben. „Wir brauchen ein Programm zum Hochlauf“, sagte der Bundesverkehrsminister vor der versammelten Autoindustrie. „Vorschläge sind genug gemacht worden, jetzt brauchen wir Entscheidungen.“

Sein Publikum findet er an diesem Mittwochabend im feinen Berliner Oldtimer-Treff Classic Remise. Der Branchenverband VDA hatte zum Neujahrsempfang geladen, und gut 500 Gäste kamen. Auch Volkswagen-Chef Matthias Müller, die wohl am meisten beobachtete Person an diesem Abend.

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Direkt sprach ihn Dobrindt nicht an. Nur dass in diesem Jahr auch die Aufarbeitung der Vergangenheit anstehe, sagte er. Jeder der überwiegend männliche Zuhörer wusste wohl, was damit gemeint war.

Aber das lästige Diesel-Thema war bald abgehakt, schon blickte Dobrindt in Richtung Zukunftsthemen. Eine Million Elektroautos sollen im Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen fahren. 12.500 wurden 2015 zugelassen – viel zu wenige, um auf die angepeilte Zahl zu kommen.

Rufe nach staatlicher Kaufprämie

Um den Verkauf der i-Modelle anzukurbeln, fordert BMW beispielsweise immer lauter direkte Kaufprämien wie in den Niederlanden oder in Norwegen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will jedem Käufer eines Stromautos 5000 Euro aus der Staatskasse zahlen. Seine bayerische Amtskollegin Ilse Aigner findet die Idee seit Montag ebenfalls gut, auch wenn ihr Parteifreund Dobrindt eine direkte Kaufprämie bislang ablehnt. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sperrt sich weiter gegen den Vorschlag. Alles klar?

„Nächste Woche kommt es zum Schwur“, hieß am Abend in den Reihen der Autoindustrie. Denn schon am 2. Februar sollen BMW-Chef Harald Krüger, VW-Chef Matthias Müller und Daimler-Chef Zetsche ins Kanzleramt kommen. Mit leeren Händen werden sie wohl nicht zurückkehren.

Doch selbst wenn sich die Bundesregierung zu einer Kaufprämie durchringen sollte, blieben mehrere Fragen offen: Ab wann soll die Subvention gelten? Tritt sie beispielsweise erst ab dem Herbst oder dem kommenden Jahr in Kraft, dann ist der Markt bis dahin tot, geben Industrievertreter zu bedenken. Viele erinnern sich zudem noch an die Abwrackprämie in der Finanzkrise, die der Branche Entlastung brachte und den Staat viel Geld kostete.

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