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24.07.2017

16:03 Uhr

VDA-Präsident Matthias Wissmann

Automobilverband fordert „Null-Fehler-Toleranz“ für die Compliance

Der Automobilverband VDA will aus der Presse von den Kartellvorwürfen gegen deutsche Autobauer erfahren haben. VDA-Präsident Wissmann warnt vor Pauschalurteilen, fordert aber eine „Null-Fehler-Toleranz“ für die Compliance.

„Die strikte Einhaltung kartellrechtlicher Vorgaben ist seit vielen Jahren Grundlage unserer Verbandsarbeit.“ dpa

Matthias Wissmann

„Die strikte Einhaltung kartellrechtlicher Vorgaben ist seit vielen Jahren Grundlage unserer Verbandsarbeit.“

DüsseldorfDer Automobilverband VDA zeigt sich von den Kartellvorwürfen gegen die deutsche Autoindustrie überrascht. „Die VDA-Kollegen und ich haben es am Freitag aus der Presse erfahren“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann im Interview mit dem Handelsblatt. Der Verband weist zudem eine Kenntnis oder eine Beteiligung illegaler Absprachen zurück. „Uns liegen dazu keine eigenen Erkenntnisse vor. Denn die aktuellen Vorwürfe beziehen sich auf ein Format, das nicht Teil des VDA und seiner Arbeit ist“, sagt Wissmann. „Natürlich müssen die Vorwürfe konsequent aufgeklärt werden, aber man sollte damit kein Pauschalurteil über die ganze Branche fällen“, mahnt der VDA-Präsident.

„Bei der Produktsicherheit hat die Automobilindustrie die Null-Fehler-Toleranz so gut wie erreicht. Eine ähnliche Null-Fehler-Toleranz ist für die Compliance, also die Rechtstreue, nötig. Das muss in jedem Unternehmen klar sein“, fordert Wissmann.

Porsche, Daimler, BMW, Audi und Volkswagen wird vorgeworfen, über Jahre illegale Absprachen über technische Details vorgenommen zu haben. Das gelte auch für die Entwicklung der Abgasfilterung. Dem Nachrichtenmagazin „der Spiegel“ zu Folge liegt den Behörden eine Selbstanzeige des VW-Konzerns vor, auch Daimler soll mit den Behörden Kontakt aufgenommen haben.

VDA-Chef Matthias Wissmann: „Null-Fehler-Toleranz für Compliance nötig“

VDA-Chef Matthias Wissmann

Premium „Null-Fehler-Toleranz für Compliance nötig“

Matthias Wissmann, Chef des Automobilverbands VDA, spricht im Interview über die Kartellvorwürfe gegen fünf Hersteller, die Krise des Diesels, die Aufarbeitung des VW-Skandals und Wege aus der Misere für die Branche.

„Die Vorgänge, um die es geht, haben nach meiner Kenntnis, nicht im VDA und seinen Gremien stattgefunden. Die strikte Einhaltung kartellrechtlicher Vorgaben ist seit vielen Jahren Grundlage unserer Verbandsarbeit“, sagte Wissmann dem Handelsblatt. Für die Arbeit im VDA gelte ein Leitfaden. „Der Leitfaden regelt zum Beispiel klar und verbindlich, was für Themen zulässig sind oder wie Sitzungen durchgeführt werden müssen“, stellte Wissmann klar.

Von

fas

Kommentare (3)

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Herr Rolf Sieber

24.07.2017, 16:20 Uhr

Mich hätte auch gewundert, wenn aus dieser Branche irgendjemand irgendetwas zugeben würde, was noch nicht bewiesen ist.

Herr Hans Klahrin

24.07.2017, 16:48 Uhr

Überall gibt es für alles und jeden Leitfäden, Arbeitsanweisungen, Codex`....und was nutzt es im Zweifel? Wenn mans nicht lebt und nur zur Verteidigung rausholt...

Herr Peter Spiegel

24.07.2017, 17:18 Uhr

Der Automobilverband VDA will aus der Presse von den Kartellvorwürfen gegen deutsche Autobauer erfahren haben.

Was ich immer sage: "Die Gefängnise sind voller Unschuldige, eine Schande "

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