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02.09.2015

14:42 Uhr

VDMA-Zahlen

Maschinenbauer starten stark ins zweite Halbjahr

Kommt der deutsche Maschinenbau endlich in Fahrt? Der Start ins zweite Halbjahr ist jedenfalls trotz China-Krise geglückt. Vor allem ein kräftiges Plus aus dem Inland und dem Euroraum füllt die Auftragsbücher.

Obwohl das China-Geschäft derzeit insgesamt eher rückläufig ist, gibt es Wachstum in besonderen Sparten wie der Fertigung von Präzisionswerkzeugen oder der Antriebs- und Fördertechnik. dpa

Umsatzrückgang in China

Obwohl das China-Geschäft derzeit insgesamt eher rückläufig ist, gibt es Wachstum in besonderen Sparten wie der Fertigung von Präzisionswerkzeugen oder der Antriebs- und Fördertechnik.

FrankfurtDank eines starken Inlandsgeschäfts sind die deutschen Maschinenbauer schwungvoll in die zweite Jahreshälfte gestartet. Die Unternehmen der mittelständisch geprägten Branche verzeichneten im Juli ein Auftragsplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Mit einem Anstieg um 43 Prozent stiegen die Bestellungen aus dem Inland sprunghaft, während das Auslandsgeschäft um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. „Wir hatten ungewöhnlich hohe, großvolumige Aufträge im Inland und im Euroraum“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Das gebe es immer mal wieder und sei daher noch nicht als Trendwende zu bewerten. Die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern zogen im Juli um beachtliche 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose in Europa

Arbeitsmarkt

Weniger Arbeitslose in Europa

In der Europäischen Union gab es im Juli überraschend weniger Arbeitslose. Erstmals seit 2012 sank die Quote unter elf Prozent – das ist da niedrigste Niveau seit mehr als drei Jahren.

Doch wegen der schwächeren Vormonate bleibt für den Zeitraum Januar bis Juli unterm Strich nur ein kleines Auftragsplus von 2 Prozent: „Das zeigt die aktuelle Situation sicherlich besser als der einzelne Monatswert.“ Im Drei-Monats-Vergleich verbuchten die Maschinenbauer zwischen Mai und Juli unterm Strich immerhin ein Plus von 4 Prozent.

Wie der Branchenverband mitteilte, sank die Maschinenproduktion im ersten Halbjahr 2015 um 0,5 Prozent. Im Juli hatte der Verband seine Jahresprognose von 2,0 Prozent Wachstum auf Stagnation gesenkt. Der Umsatz entwickelte sich mit einem Plus von 2,8 Prozent besser, sagte Wiechers: „Hier dürften auch Wechselkurseffekte eine Rolle spielen und ein gestiegener Anteil an Dienstleistungen wie Revisionen und Reparaturen.“

Die Exporte lagen von Januar bis Juni mit 0,6 Prozent knapp über dem Vorjahresergebnis, wie Wiechers erklärte: „Das ist gemessen am weltwirtschaftlichen Umfeld ein recht gutes Ergebnis.“ Zuwächse verzeichnete die Schlüsselindustrie mit zuletzt mehr als einer Million Beschäftigten insbesondere in den USA und wichtigen europäischen Märkten wie Großbritannien, Polen, Spanien und Italien. Auch in einigen Schwellenländern wie Mexiko oder Indien lief es gut. Das Russlandgeschäft schrumpft hingegen weiter.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Die China-Ausfuhren gingen im ersten Halbjahr um fünf Prozent zurück. Das schmerzt die Unternehmen: „China ist ein wichtiger Markt für uns“, sagte Wiechers. Die Verlangsamung der Konjunktur in China sei bei den Exporten schon seit geraumer Zeit spürbar. Allerdings verzeichneten einige Teilbranchen wie Präzisionswerkzeuge oder die Antriebs- und die Fördertechnik weiterhin Zuwächse: „Generell kann man sagen, dass Produkte, bei denen wir besondere Angebote machen können, besser laufen in China als die, bei denen wir im großen Wettbewerb stehen.“ Das gelte insbesondere im mittleren Qualitätsspektrum.

Das Reich der Mitte ist der weltweit größte Maschinenbauproduzent, rund ein Drittel des weltweit Maschinenumsatzes entfällt auf die Volksrepublik. Die Produkte sind oft einfacher und günstiger als Maschinen und Anlagen aus Deutschland. Deshalb sind chinesische Hersteller gerade in Schwellenländern ernsthafte Konkurrenten der deutschen Betriebe.

Von

dpa

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