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08.12.2016

17:23 Uhr

Verbrauchsangaben bei Porsche

VW-Tochter im Visier des Kraftfahrt-Bundesamtes

Auch die VW-Tochter Porsche wird verdächtigt, Verbrauchsangaben manipuliert zu haben. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat eine entsprechende Untersuchung eingeleitet. Porsche weist die Vorwürfe zurück.

Die VW-Tochter erklärte, dass die Fahrzeuge die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Verbrauchsangaben und Abgasemissionen erfüllten. AP

Porsche

Die VW-Tochter erklärte, dass die Fahrzeuge die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Verbrauchsangaben und Abgasemissionen erfüllten.

HamburgDas Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) untersucht nun auch bei der VW-Tochter Porsche mögliche Manipulationen von Verbrauchsangaben. „Das KBA prüft gegenüber Porsche den Sachverhalt bezüglich der sogenannten Lenkradkennung”, erklärte ein Sprecher der Flensburger Zulassungsbehörde am Donnerstag. Als erste hatte die „Wirtschaftswoche” über die Untersuchungen berichtet.

Porsche sieht sich zu Unrecht unter dem Verdacht der Manipulation von Verbrauchswerten. Der Stuttgarter Autobauer bestätigte am Donnerstag zwar die Verwendung der sogenannten Lenkerkennung. Diese werde jedoch nicht verwendet, um am Prüfstand Abgaswerte zu manipulieren, sagte ein Sprecher. Dies gelte sowohl für den von Audi entwickelten V6 TDI im Porsche-Geländewagen Cayenne als auch für sämtliche anderen Porsche-Modelle. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte zuvor bestätigt, es untersuche nun auch bei Porsche mögliche Manipulationen: „Das KBA prüft gegenüber Porsche den Sachverhalt bezüglich der sogenannten Lenkradkennung”, erklärte ein Sprecher der Flensburger Zulassungsbehörde.

Porsche machte deutlich, dass Daten über die Lenkbewegungen grundsätzlich für die Schaltstrategie eines Wagens genutzt würden. Bei sportlichen Fahrzeugen sei es beispielsweise wichtig, ungewollte Schaltvorgänge in dynamisch gefahrenen Kurven zu verhindern. Diese Technik werde jedoch nicht zur Manipulation an Prüfständen eingesetzt.

Anhand der Lenkradkennung können Fahrzeuge feststellen, ob sie auf der Straße fahren oder auf dem Rollenprüfstand. Manipulierte Autos können dann dank einer speziellen Software in einen Modus schalten, in dem weniger Sprit verbraucht und somit auch weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird. Im Normalbetrieb auf der Straße sind Verbrauch und Emissionen deutlich höher. Das Wirtschaftsmagazin berichtete, im November habe das Bundesverkehrsministerium wegen eines solchen Verdachts bereits eine Untersuchung von Audi-Modellen in Auftrag gegeben. Porsche-Insider hätten das Ministerium auf die Spur gebracht. Eine Stellungnahme des Ministeriums war zunächst nicht zu erhalten.

Neue Vorwürfe gegen Porsche: „Irreführende Informationen“

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In einem Gerichtsdokument erhebt das US-Justizministerium neue Vorwürfe gegen Porsche. Auch VWs Sportwagen-Tochter soll früh von den Diesel-Manipulationen gewusst haben. Dies widerspricht den bisherigen Darstellungen.

Volkswagen hatte vor gut einem Jahr zugegeben, Stickoxid-Werte von Dieselautos mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Davon sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Für die Aufarbeitung des Skandals hat der Wolfsburger Konzern 18,2 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Die Affäre hat dazu geführt, dass auch Abgaswerte anderer Autobauern überprüft werden.

In den USA verhandelt Volkswagen mit den Behörden über einen Kompromiss zur Reparatur und den Rückkauf von rund 85.000 Dieselautos mit 3,0-Liter-Motoren. Die von der Tochter Audi entwickelten Motoren wurden bei Fahrzeugen wie dem VW Touareg, dem Porsche Cayenne und dem Audi A8 eingebaut. VW hatte bereits vor einigen Monaten in den USA eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erzielt. Allein dieser Kompromiss kostet Volkswagen bis zu 16,5 Milliarden Euro. Wegen der 3,0-Liter-Motoren hat das US-Bezirksgericht in San Francisco für Ende kommender Woche eine Anhörung angesetzt.

Von

rtr

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