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17.08.2012

14:31 Uhr

Verbund-Anteil

Eon treibt Einstieg in der Türkei voran

Der Energiekonzern will sich unabhängiger vom deutschen Heimatmarkt machen und hat den türkischen Strommarkt ins Visier genommen. Insider berichten, dass schon sehr bald Anteile am türkischen Energieversorger Enerjisa an Eon gehen könnten.

Das Firmenlogo steht vor einem Gebäude der Eon-Zentrale in Düsseldorf. dpa

Das Firmenlogo steht vor einem Gebäude der Eon-Zentrale in Düsseldorf.

IstanbulDer Energiekonzern Eon treibt Insidern zufolge einen Einstieg in den schnell wachsenden türkischen Markt voran. Der österreichische Versorger Verbund verhandele mit Eon über einen Verkauf seiner Beteiligung an dem türkischen Energiekonzern Enerjisa, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Möglich sei auch ein Anteilstausch, bei dem Eon Anteile an gemeinsam betriebenen Wasserkraftwerken abgebe, sagte eine Person. Eon hatte erst vor wenigen Tagen die Türkei als interessanten Markt bezeichnet, den der Konzern genau beobachte. Der größte deutsche Energieversorger lehnte am Freitag eine Stellungnahme ebenso ab wie Verbund. Von Enerjisa war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. An der Börse gab es zunächst keine starke Reaktion: Eon-Papiere notieren am Nachmittag gut 0,5 Prozent im Minus.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Das Geschäft könne Mitte September über die Bühne gehen, sagte einer der Insider. Der zweite Enerjisa-Eigentümer, die Sabanci Holding, dränge auf ein schnelleres Wachstum des Gemeinschaftsunternehmens und sei unzufrieden mit den Österreichern.

Enerjisa war 1996 von Sabanci gegründet worden, Verbund war 2007 eingestiegen. Die Österreicher halten 50 Prozent der Anteile. Enerjisa strebt bis 2015 einen Marktanteil von mindestens zehn Prozent am türkischen Strommarkt an. Das Unternehmen betreibt mehrere Gas- und Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1650 Megawatt. Um die Kapazität auf 5000 Megawatt zu steigern, treibt das Unternehmen derzeit den Bau weiterer Anlagen voran, darunter einen Windpark.

"Es hat Gespräche gegeben zwischen Verbund und Eon über einen Anteilstausch", sagte eine Person aus dem Kreis der Unternehmen. Eon könne Anteile an Wasserkraftwerken, beispielsweise am Inn, an Verbund abgeben. "Eon strebt Joint Ventures in der Türkei an."

Eon-Chef Johannes Teyssen will den Konzern unabhängiger vom deutschen Heimatmarkt machen. Der Energiehunger in der Türkei ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eon hatte dort bereits vor einigen Jahren Projekte, diese aber an den Konkurrenten RWE verkauft und stattdessen den russischen Strommarkt ins Visier genommen. Anfang dieses Jahres hatte Teyssen den Einstieg in den brasilianischen Markt angekündigt. Eon hat sich dazu an dem Versorger MPX des deutschstämmigen Milliardärs Eike Batista beteiligt. Den ebenfalls unter die Lupe genommenen indischen Strommarkt hat Teyssen hingegen vorerst wieder zu den Akten gelegt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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NazisRaus

17.08.2012, 15:25 Uhr

unverschämt, dass Handelsblatt solche rassistischen Äuserungen hier stehen lässt. Wohl nach den Zwickauer Mordserien immer noch nichts verstanden.

Kensersky

19.08.2012, 12:04 Uhr

Das ist eine Wirtschaftsblatt, daher bitte ich darum keine rassistischen Äusserungen abzugeben. Davon haben wir in anderen Medien bereits zuviele.

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