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17.08.2012

00:23 Uhr

Verfahren

Ryanair-Chef bestreitet gefährliche Treibstoff-Knauserei

Um Geld zu sparen, soll der Billigflieger Ryanair seine Flieger zu knapp betankt haben. Ob das stimmt, klärt derzeit ein Verfahren. Chef O‘Leary geht nun aber in die Offensive und bestreitet die Vorwürfe vehement.

„Wenn eine Airline Mayday ausruft, (...) ist das ein vorgeschriebenes Verfahren für eine bevorzugte Landung.“ RyanAir-Chef Michael O'Leary. dpa

„Wenn eine Airline Mayday ausruft, (...) ist das ein vorgeschriebenes Verfahren für eine bevorzugte Landung.“ RyanAir-Chef Michael O'Leary.

HamburgRyanair-Chef Michael O'Leary wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die jüngsten Notlandungen der Billig-Fluggesellschaft im spanischen Valencia auf Sicherheitsprobleme hindeuten könnten.

Die Notlandungen waren ein „außergewöhnliches Ereignis“, sagte er der „Financial Times Deutschland“. „Jede der drei Maschinen hatte genug Treibstoff an Bord, dass es für 90 Minuten über der geplanten Landezeit reichte. Die Flugzeuge mussten jedoch rund eine Stunde nach der geplanten Landezeit in einer Warteschleife über Valencia kreisen. Das ist nicht normal.“

Im Auftrag des Verkehrsministeriums untersucht die spanische Flugsicherheitsbehörde (AESA) derzeit drei Vorfälle, die sich schon am 26. Juli ereigneten. Wegen eines Gewitters mussten an dem Tag zahlreiche Flugzeuge mit Flugziel Madrid nach Valencia umgeleitet werden.

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Nach Jahren des Wachstums kämpft nun auch Ryanair mit einem Gewinneinbruch.

Drei Ryanair-Maschinen mussten hierbei den Notruf Mayday ausgeben, da die Kerosinmenge ein vorgeschriebenes Minimum erreicht hatte. Die spanische Luftsicherheitsbehörde will nun prüfen, ob die Maschinen zu knapp betankt wurden.

Notlandungen sind nach Angaben des Ryanair-Chefs Teil des Sicherheitssystems der irischen Fluggesellschaft. „Wenn eine Airline Mayday ausruft, dann handelt es sich nicht um eine Notsituation. Sondern das ist ein vorgeschriebenes Verfahren für eine bevorzugte Landung“, sagte er.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Von

dpa

Kommentare (11)

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17.08.2012, 02:42 Uhr

O‘Leary ist ein nerviger Selbstdarsteller ohne Skrupel. Was ihn interessiert ist seine Show. Verantwortungsvolles Management von dem? Ach woher. Sparen wo es geht. Und die Länder durch Subventionen aussaugen und sogar praktisch zu erpressen. Es gibt genug Berichterstattungen über das Geschäftsgebaren von O‘Leary. Wer mit dem abstürzt, ist selbst schuld. So viel teurer ist die Konkurrenz auch nicht. Und man hat wenigstens an die Flughafen eine ordentliche Verkehrsanbindung.

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17.08.2012, 02:49 Uhr

Ach so, Mayday ist ja kein Notruf... Wikipedia: "Mayday ist das internationale Notrufsignal im Sprech- und Datenfunk. Dabei ist es egal, ob man zu Lande, zu Wasser oder in der Luft in eine Notfallsituation gerät. Das Notrufsignal wird international von verschiedenen Funkdiensten verwendet und hat im Funkverkehr oberste Priorität."

Das ist so, wie wenn ich die 110 anrufe und später sage, die 110 ist ja eine Telefonnummer. Richtig, trotzdem ist und bleibt es ein Notruf. Auch wenns nur eine Telefonnummer ist, welche ich anwähle. Was ist sonst ein Notfall? Erst wenn eine Maschine in Bitterfeld auf dem Kartoffelacker landen muss? Oder ist das auch kein Notfall, weil ja eine Landung eh vorgesehen war? Man erkennt O'Learys widerliche Semantik. Semantik schlägt Sicherheit, das ist Ryanair!

Account gelöscht!

17.08.2012, 05:22 Uhr

Mayday ist bei Ryanair offensichtlich laut O'Leary die uebliche bitte um Landeerlaubnis :-)))

Wie so etwas enden kann hier an einem realen Beispiel mit tragischem Ende (kenne leider nur die englische Version):

http://www.youtube.com/watch?v=SxcXGRCI2pY&feature=fvst

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