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19.06.2012

20:06 Uhr

Vergiftete Eier

Neuer Dioxin-Skandal droht

Im Emsland wurde wegen überhöhter Grenzwerte für Dioxine ein Bio-Freilandbetrieb geschlossen. Die Eier des Betriebs mit 12.000 Legehennen wurden über verschiedene Handelsketten vermarktet.

Niedersachsen droht ein neuer Dioxin-Skandal. dpa

Niedersachsen droht ein neuer Dioxin-Skandal.

Meppen/HannoverNiedersachsen droht ein neuer Dioxin-Skandal. Ein Bio-Freilandbetrieb im Landkreis Emsland wurde wegen überhöhter Grenzwerte für Dioxine und dioxinähnliche PCB am Montag gesperrt, wie das niedersächsische Verbraucherschutzministerium am Dienstag mitteilte. "Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr besteht nicht", sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd.

Eier mit dem Erzeugercode 0-DE-0356091 und einem Mindesthaltbarkeitsdatum vom 14. Juni und später sollten den Angaben zufolge trotzdem nicht mehr verzehrt, sondern vernichtet werden.

Der Vertrieb der Eier des Betriebs mit 12.000 Legehennen wurde laut dem Landkreis Emsland durch die zuständige Vermarktungsgesellschaft mit Sitz im Landkreis Diepholz gestoppt. Vor ihrer Sperre wurden die Eier nach Ministeriumsangaben über verschiedene Handelsketten vermarktet.

Eine Lieferung ging der Sprecherin des Ministeriums zufolge nach Bayern. In wie viele Bundesländer die Gift-Eier gelangten, war zunächst unklar. Indes seien amtliche Proben genommen worden. Nun werde ermittelt, ob das Gift über den Boden in die Eier gelangte oder ob es andere Ursachen für die Belastung gibt, sagte die Sprecherin. Die überhöhten Werte waren bei Eigenkontrollen festgestellt worden.

In diesem Jahr waren bereits mehrere Betriebe in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wegen erhöhter Grenzwerte gesperrt worden. Der jetzige Betrieb ist den Angaben des Ministeriums zufolge in diesem Jahr noch nicht betroffen gewesen.

Dioxin gilt als krebserregend. Bei kurzfristigem Konsum dioxinbelasteter Eier erwarten Experten aber keine gesundheitlichen Schäden. Dennoch sollte der Verzehr von Eiern mit überhöhten Grenzwerten minimiert werden, weil sich im Laufe des Lebens Dioxin im Körper anreichert, sagte die Ministeriumssprecherin.

Dioxine und Polychlorierte Biphenyle (PCB) entstehen auf unterschiedliche Weise. Dioxine sind Nebenprodukte, die ungewollt bei Verbrennungsprozessen entstehen können, PCB wurden bis in die 1980er Jahre als technische Chemikalie produziert und unter anderem als Weichmacher in Lacken und Kunststoffen verwendet.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.06.2012, 12:57 Uhr

Wozu einen Verbraucherschutz?, wozu eine Lebensmittelkontrolle?; offensichtlich kann man in der BRD machen was man will.
Werte und vor allen Dingen teure Frau Aigner, reichen Sie, mit etlichen Kollegen, endlich den Überfälligen Rücktritt ein.
Pecunia non olet.
Geld stinkt nicht!(Kaiser Vespasian)
Eier stinken!!!

Michael

20.06.2012, 14:33 Uhr

..."Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich."
Das ist sehr ehrenhaft von Ihnen, Herr Stock. Doch in Zeiten, in denen unsere Volksvertreter glauben, sich anmaßen zu können, mit Bundestrojaner und Co. gegen "ihr eigenes" Volk heimtückisch vorzugehen, Abhörskandale die Runde machen, Sondereinheiten der Polizei selbst ins Drogenmilieu verstrickt sind, wo eine prodeutsche Äußerung sofort an der Volksverhetzung entlangschrammt mit all den unangenehmen Folgen, ist das einfach nur blauäugig.
Doch es wird so nicht weitergehen. Die nächste, spätestens übernächste Generation wird abrechnen, auch wenn das deutsche Deutschland bis dahin gewollt, auf vielleicht die Hälfte zusammengeschrumpft ist.
Ja, ich weiß, das hat mit Eiern wenig zu tun.
"...wurde durch Eigenkontrollen festgestellt", sagt doch schon alles. Im Prinzip, können wir dem Emsländer "Eierbetrieb" ja noch dankbar sein, dass man dort noch, entweder die Courage, das Selbstverständnis solche Vorfälle umgehend zu melden hat, oder auch die Angst ertappt zu werden, mit den unangenehmen Folgen, dazu führte.
Egal wie, wenn wir uns auf Frau Aigner und ihre untauglichen Lakaien verlassen müssten, hätten wir regelmäßig leckere Frühstückseier, ohne das wir davon etwas merken würden, bis zu dem Tag, an denen wir oder unsere Lieben an Krebs sterben.
Diese Regierung opfert die Gesundheit des Volkes - solange es unbemerkt bleibt - gerne den wirtschaftlichen Interessen. Das Pseudogeschrei ist dann groß, wenn etwas an die Öffentlichkeit dringt. Wie kann diese ignorante Regierung nur glauben, dass dies alles am Volk vorbeigeht ? Eben weil sie ignorant ist. Das Volk hat dafür ein Sparkonto, welches kurz vor dem Platzen steht.
Frau Aigner, VERBRAUCHERSCHUTZ ! Wie, noch nie gehört?!

fuerTiere

21.06.2012, 09:47 Uhr

Egal ob Käfig- oder Bioeier: am Anfang sind die Küken, und nur die weiblichen müssen ihr kümmerliches Dasein als Legehennen fristen. Die männlichen werden, da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen gibt, nicht mehr gebraucht, aussortiert und vergast oder vermust. 45 Millionen jedes Jahr alleine in Deutschland.

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