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13.12.2012

11:16 Uhr

Verhaltener Optimismus

Deutsche Maschinenbauer hoffen auf China

Trotz der schwächelnden Konjunktur in Deutschland sind die Maschinenbauer verhalten optimistisch. Dabei setzt die Branche auf Europa – und auf eine steigende Nachfrage in Fernost.

Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex: Die Maschinenbauer sind für 2013 verhalten optimistisch. dpa

Montagehalle des Windanlagenbauers Nordex: Die Maschinenbauer sind für 2013 verhalten optimistisch.

FrankfurtDie deutschen Maschinenbauer blicken ungeachtet der schwachen Konjunkturaussichten verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. „Natürlich können wir nicht die Ohren verschließen vor den Molltönen, die uns aus den wichtigen Kundenbranchen erreichen“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Thomas Lindner, am Donnerstag in Frankfurt.

Die mittelständisch geprägte Branche baue jedoch auf eine weitere Erholung in Europa: „Und wir sind voller Zuversicht, dass sich der Nachfragestau in wichtigen Märkten, namentlich in China, auflöst.“ Auch das Wachstum in den USA werde sich fortsetzen. Nach Lindners Prognose wird die Schlüsselindustrie den Rekord-Produktionswert von 196 Milliarden Euro aus diesem Jahr nochmals um zwei Prozent übertreffen.

Im laufenden Jahr trotze der Maschinenbau dem schwierigen Marktumfeld und erreiche voraussichtlich wieder sein Rekordniveau aus dem Vorkrisenjahr 2008. „Die Aufholjagd im deutschen Maschinenbau konnte 2012 in nur drei Jahren erfolgreich beendet werden“, sagte Lindner. Mit einem geschätzten Zuwachs von real zwei Prozent sei die Schlüsselindustrie zurück auf Rekord-Produktionsniveau. „Der Umsatz liegt mit rund 209 Milliarden Euro sogar eine Milliarde über dem Jahreswert 2008.“

Die Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Ausland. „Die deutschen Maschinenbauexporte legten in den ersten drei Quartalen um real 4,5 Prozent oder nominal 6,8 Prozent zu“, betonte Lindner. Die Branche schaffte 30.000 neue Stellen und beschäftigt zum Jahresende mit 978.000 Menschen so viele wie zuletzt 1993.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Von

dpa

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