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06.01.2011

12:57 Uhr

Verhandlungen mit Eni

Petrobras greift nach dem portugiesischen Ölkonzern Galp

VonAlexander Busch, Katharina Kort

Der brasilianische Ölkonzern Petrobras steht vor einem Einstieg beim portugiesischen Konkurrenten Galp. Erstmals hat Petrobras bestätigt, dass er mit der italienischen Eni über einen Kauf von deren Minderheitsanteil von 33,34 Prozent an Galp verhandelt. Eni räumt ebenfalls ein, dass sie eine Reihe von Möglichkeiten prüfe, zu denen auch ein mögliches Abkommen mit Petrobras zählt.

Ölplattform von Petrobas: Der brasilianische Konzern ist an der Börse gelistet wird aber staatlich kontrolliert. Quelle: Reuters

Ölplattform von Petrobas: Der brasilianische Konzern ist an der Börse gelistet wird aber staatlich kontrolliert.

SAO PAULO/MAILAND. Das portugiesische Ölunternehmen Galp ist vor allem mit Blick auf die Tiefsee-Ölvorkommen vor der Küste Brasiliens interessant. Galp ist zusammen mit der britischen BG Group einer der Konzerne, die sich mit Petrobras an der Erschließung der aussichtsreichen Vorkommen beteiligen. Am Ölfeld Lula (ehemals Tupi), dem größten neu entdeckten Ölvorkommen Amerikas seit 30 Jahren, hält Galp einen Anteil von zehn Prozent, die BG Group 25 Prozent und Petrobras 65 Prozent.

Der mögliche Verkauf der Eni-Anteile an Galp kommt nicht völlig überraschend. In Brasilien heißt es, dass die Besitzer schon länger über eine Erhöhung ihres Einflusses streiten. Die portugiesische Gruppe Americo Amorim und die Holding der angolanischen Präsidentenfamilie Santos würden versuchen, ihre Beteiligungen zu erhöhen. Eni habe deshalb wenig Chancen, ihre Anteile - wie ursprünglich wohl geplant - ihrerseits aufzustocken und wolle deshalb lieber an Petrobras zu einem guten Preis verkaufen.

Paolo Scaroni, Vorstandsvorsitzender von Eni, hatte bereits im Sommer die Galp-Beteiligung als "fantastischen Kauf" bezeichnet. Doch werde Eni "nicht für immer Minderheitsaktionär bleiben". Da es jedoch nicht danach aussieht, als könne Eni die Mehrheit übernehmen, bleibt den Italienern also nur der Verkauf. Eni soll unter anderem die Übermacht von Petrobras stören.

Gleichwohl hängt der Deal noch in der Schwebe. Am Mittwoch stellte Eni klar, dass "zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung gefallen ist". Wie es in Mailand hieß, sei es vor allem eine Frage des Preises.

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