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20.09.2012

11:46 Uhr

Verhandlungskreise

Krauss-Maffei steht vor Verkauf nach China

Der deutsche Maschinenhersteller könnte bald einem chinesischen Interessenten gehören. Offenbar stehen die Verhandlungen zwischen dem Bieter aus China und Krauss-Maffei-Eigentümer Madison Capital kurz vor dem Abschluss.

Das Werk von Krauss-Maffei in Allach bei München: Es könnte künftig einem Chinesen gehören. picture-alliance

Das Werk von Krauss-Maffei in Allach bei München: Es könnte künftig einem Chinesen gehören.

FrankfurtMit dem Münchener Spritzgussmaschinen-Hersteller KraussMaffei Plastics Machinery steht Verhandlungskreisen zufolge erneut ein deutscher Maschinenbauer vor dem Verkauf nach China. Der Eigentümer von KraussMaffei, der US-Finanzinvestor Madison Capital, verhandele inzwischen exklusiv mit einem Bieter aus dem Reich der Mitte, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Abschluss sei in Kürze in Sicht. Zum Namen des potenziellen Käufers war zunächst nichts zu erfahren. Finanzinvestoren oder Bieter aus dem Westen seien nicht mehr im Rennen, hieß es. Madison hatte sich einen Verkaufspreis von rund 700 Millionen Euro erhofft. Begleitet wird der Verkaufsprozess von der Investmentbank Goldman Sachs.

Die Pekinger Regierung ist seit längerem darauf erpicht, dass Firmen aus China sich in Deutschland in Schlüsselbranchen wie den Maschinenbau oder die Autoindustrie einkaufen. Der Staat trifft dabei in der Regel eine Vorauswahl, welche der in Frage kommenden Unternehmen sich bewerben dürfen. Im vergangenen Jahr kamen immer häufiger Chinesen in Bieterverfahren in Deutschland zum Zug: Die Betonpumpen-Hersteller Schwing und Putzmeister gingen an XCMG und Sany. Weichai Power stieg mit 25 Prozent beim Gabelstapler-Hersteller Kion ein. Hebei Lingyun übernahm den Autozulieferer Kiekert.

KraussMaffei und Goldman Sachs wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

KraussMaffei Plastics Machinery hatte in 13 Jahren schon vier Eigentümer. Madison hatte 2008 vergeblich versucht, die Firma an die Börse zu bringen. KraussMaffei beschäftigt 4000 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende September) mehr als 900 Millionen Euro umgesetzt. Das Unternehmen ist profitabel. Es hat die gleichen, auf das Jahr 1838 zurückgehenden Wurzeln wie der Panzerhersteller KraussMaffei Wegmann, der aber heute nichts mehr mit der ehemaligen Schwestergesellschaft zu tun hat.

Der Spritzgussmaschinen-Hersteller war 1992 in Mannesmann aufgegangen und im Jahr 2000 nach der Aufspaltung mit deren gesamter Maschinenbausparte an Siemens gegangen. 2002 übernahm der Finanzinvestor KKR die Mehrheit, der KraussMaffei Plastics Machinery 2006 an die Chicagoer Madison Capital abgab.

Von

rtr

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