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16.05.2012

01:54 Uhr

Verhandlungsmarathon

IG Metall und Arbeitgeber ringen um Pilotabschluss

Nach den jeweils relativ kurzen vier ersten Verhandlungsrunden ringen Arbeitgeber und IG Metall in der entscheidenden fünften stundenlang um eine Einigung. Ob ein Streik doch noch abzuwenden ist?

Mehrere hundert Teilnehmer protestieren am Dienstag bei einem Warnstreik in Offenburg (Ortenaukreis). Auf Grundlage von Lösungsvorschlägen einer Expertenkommission starten die Tarifvertragsparteien am Dienstag in Sindelfingen einen Versuch, sich zu einigen und damit einen Streik abzuwenden. dpa

Mehrere hundert Teilnehmer protestieren am Dienstag bei einem Warnstreik in Offenburg (Ortenaukreis). Auf Grundlage von Lösungsvorschlägen einer Expertenkommission starten die Tarifvertragsparteien am Dienstag in Sindelfingen einen Versuch, sich zu einigen und damit einen Streik abzuwenden.

SindelfingenNach einem Verhandlungsmarathon haben Arbeitgeber und Gewerkschaft sich im Metall-Tarifkonflikt noch nicht geeinigt. Nach zehnstündigen Beratungen zeichnete sich aber auch kein Abbruch ab. „Alles ist offen“, resümierte ein Teilnehmer der fünften Verhandlungsrunde in der Nacht zum Mittwoch in Sindelfingen bei Stuttgart. Insofern blieb auch in der Schwebe, ob ein Streik in der Schlüsselbranche noch abzuwenden ist. Als Knackpunkte der Gespräche im Pilotbezirk Baden-Württemberg erwiesen sich die Forderungen der IG Metall nach unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern.

Die Arbeitgeber fühlen sich durch diese Anliegen in ihrer unternehmerischen Freiheit zu stark beschnitten und pochen auf den Erhalt von Flexibilisierungsinstrumenten.

Die Verhandlungen, von denen 3,6 Millionen Beschäftigte bundesweit betroffen sind, wurden in unterschiedlichen Zusammensetzungen geführt: Nach etwa zweistündigen gemeinsamen Beratungen am Dienstagnachmittag zogen sich die beiden Lager zu getrennten Besprechungen zurück. Dabei stimmte sich Südwestmetallchef Rainer Dulger mit der Spitze des Bundesverbandes Gesamtmetall ab, darunter Verbandspräsident Martin Kannegiesser. Der Gesamtmetallvorstand hält seine reguläre Sitzung an diesem Mittwoch in Stuttgart ab.

Nach den internen Treffen kamen die Verhandlungsdelegationen wieder zu einem Gespräch im kleinen Kreis zusammen. Darauf informierte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann die Hintergrundkommission mit Funktionären, Vertrauensleuten und Betriebsräten über den Stand der Diskussionen.

Deren Grundlage sind Empfehlungen einer gemeinsamen Expertenkommission von Gewerkschaft und Südwestmetall zu den qualitativen Themen. Die Entgeltfrage wird erst nach einem Durchbruch bei diesen Themen behandelt. Die Gewerkschaft verlangt 6,5 Prozent mehr Geld und besteht auf Lösungen für alle drei Forderungselemente. Die Arbeitgeberseite bietet bislang drei Prozent mehr Entgelt für 14 Monate an.

Kommentare (1)

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Wood_Wood

16.05.2012, 09:37 Uhr

....ich glaube die Arbeitgeber werden echt einen schwierigen Stand haben....gerade wurden bei einem größeren niedersächsischen Automobilhersteller die Boni für Führungskräfte bekanntgegeben....da fliegen nur so die mehrfachen 10.000er Euros durch die Gegend...wären die wirtschaftlichen Aussichten wirklich so schlecht...sollte man bei diesen Zahlungen auch schon mal vorsorglich die HAndbremse anziehen anstatt nur denjenigen eine gerechtfertigte Gehaltserhöhung zu gewähren, die mehrheitlich zu dem Erfolg und diesen riesigen Gewinnen beigetragen haben....

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