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12.12.2014

14:15 Uhr

Verkäufe gehen zurück

VW verliert an Schwung

Volkswagen hat ein ambitioniertes Ziel von zehn Millionen verkauften Autos. Bisher war VW auf einem guten Weg, doch im November schwächelten die Verkäufe. Doch der Konzern bleibt zuversichtlich.

VW-Mitarbeiter bei der Arbeit. Der deutsche Autobauer hat bereits mehr als neun Millionen Autos in diesem Jahr verkauft – angepeilt sind zehn Millionen. ap

VW-Mitarbeiter bei der Arbeit. Der deutsche Autobauer hat bereits mehr als neun Millionen Autos in diesem Jahr verkauft – angepeilt sind zehn Millionen.

WolfsburgLeerlauf statt Endspurt: Europas größter Autobauer Volkswagen hat bei seinen konzernweiten Verkäufen im November an Fahrt verloren. Der vorletzte Monat des Jahres brachte bei den Auslieferungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat mit 0,7 Prozent nur noch ein Mini-Plus. Auf Jahressicht sackte damit der Zuwachs von 5,0 Prozent Ende Oktober auf 4,6 Prozent per November ab. VW gab die jüngsten Absatzzahlen am Freitag in Wolfsburg bekannt.

Der Konzern liegt zwar immer noch auf Kurs zu seinem Jahresziel von mehr als zehn Millionen Verkäufen - doch das Tempo erlahmte. Zuletzt hatte es vor fast eineinhalb Jahren, im August 2013, mit 0,1 Prozent Verbesserung ein ähnlich schwaches Monatswachstum gegeben.

Insgesamt übergab die VW-Gruppe bisher 9,08 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Kundenhand. Das wichtige Zehn-Millionen-Ziel aus der 2018-Strategie des Konzerns ist damit praktisch erreicht. Im Dezember 2013 hatte Volkswagen 833 200 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, allein ein Beibehalten dieses Wertes würde dieses Jahr also gut 9,9 Millionen Auslieferungen ergeben. Hinzu kommen noch die nicht monatsweise mitgeteilten Verkäufe der schweren Nutzfahrzeuge von MAN und Scania, die 2013 für mehr als 200 000 Einheiten standen.

Entsprechend zuversichtlich gab sich Konzernvertriebschef Christian Klingler: „Trotz aller Unsicherheiten in der globalen Automobilkonjunktur ist die Marke von zehn Millionen in Reichweite.“

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China, der im VW-Konzern für gut ein Drittel des Absatzes sorgt, normalisiert sich das Wachstum derweil. Stand der Jahreszuwachs per Oktober noch bei 14,1 Prozent, sind es nach den schwächeren Novemberzahlen inzwischen nur noch 12,9 Prozent.

Von

dpa

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