Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2013

10:29 Uhr

Verkäufe im August

Europäischer Automarkt tritt auf der Stelle

Im Juli wurden in der Europäischen Union fünf Prozent mehr Autos zugelassen. Im August waren es schon wieder fünf Prozent weniger. Der Markt stagniert, nur Großbritannien stellt sich gegen den Trend.

Die Erholung am europäischen Automarkt währte nur kurz. Während in den USA, China und Indien deutlich mehr Autos zugelassen wurden, ging die Zahl der Zulassungen in Brasilien und Russland zurück. Reuters

Die Erholung am europäischen Automarkt währte nur kurz. Während in den USA, China und Indien deutlich mehr Autos zugelassen wurden, ging die Zahl der Zulassungen in Brasilien und Russland zurück.

BrüsselDie Erholung am europäischen Pkw-Markt war nur von kurzer Dauer. Nach einem Zuwachs um fünf Prozent im Juli schrumpften die Pkw-Neuzulassungen im Sommermonat August um den gleichen Prozentsatz, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel mittelte. Größter Verlierer war der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroen, der knapp 18 Prozent weniger absetzte als vor einem Jahr. Nur wenig besser schlug sich Rivale Volkswagen: Die Verkäufe der Wolfsburger Hauptmarke VW brachen im vergangenen Monat um knapp 17 Prozent ein, weil wegen eines Hagelschadens Ende Juli Tausende Autos nicht ausgeliefert werden konnten.

Bis auf Großbritannien sanken die Pkw-Neuzulassungen in allen großen EU-Ländern, weil sich die Verbraucher angesichts der andauernden wirtschaftlichen Unsicherheit und der hohen Arbeitslosigkeit keine Neuwagen in die Garage stellen wollen. Insgesamt kamen in den 27 EU-Staaten und den drei Efta-Ländern Schweiz, Island und Norwegen im August rund 687.000 Pkw neu auf die Straßen, minus 4,9 Prozent. Mit ein Grund dafür war, dass der Monat einen Arbeitstag weniger hatte. Der Juli hatte in diesem Jahr dagegen einen Verkaufstag mehr.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Hersteller hoffen seit Monaten inständig, dass die Verbraucher in die Autohäuser zurückkehren und die Krise nach fünf Jahren ein Ende nimmt. Experten rechnen für 2013 mit dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren - von dem aus sich der Markt langsam berappeln könnte. Ob die Nachfrage je wieder Größenordnungen wie vor der Lehman-Pleite erreichen kann, ist in der Branche umstritten.

Fachleute sind skeptisch, weil in Europa viele Menschen bereits zwei Autos besitzen und Neuwagen oft nur noch angeschafft werden, um einen alten zu ersetzen. Deswegen versuchen die Autobauer mit immer mehr Nischenmodellen das letzte aus dem Markt herauszukitzeln. Einer der Haupttrends auf der wichtigen Automesse IAA in Frankfurt sind kleine Geländewagen, die einen immer größeren Anteil an den Neuzulassungen haben.

Ob die Autoschau zu einem Wendepunkt in der Pkw-Nachfrage werden kann - wie der Branchenverband VDA hofft - muss sich erst erweisen. Wenn überhaupt, könne es in der zweiten Jahreshälfte 2014 wieder nach oben gehen, glauben einige Autohersteller.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aletheia53

17.09.2013, 12:41 Uhr

Wer soll es richten?
Die über Werkverträge oder Leiharbeit im Automotive-Bereich Arbeitenden werden weitestgehend ebensowenig Neuwagen kaufen wie Aufstocker. Und die Ü50-Gruppe, die gerne arbeiten würde, aber nicht mehr eingestellt wird, fällt auch aus. Vielleicht die neu angeworbenen ausländischen Fachkräfte - aber nur, wenn sie auch so bezahlt werden, dass sie es sich leisten können. Aber dann sind sie ja für den Arbeitsmarkt uninteressant!

Account gelöscht!

17.09.2013, 17:13 Uhr

Zitat : Europäischer Automarkt tritt auf der Stelle

- wer soll die Autos kaufen ?

Die Löhne treten auch auf der Stelle ! Die prekären Jobs nehmen zu, die Arbeitslosigkeit steigt ! Wo soll die Kaufkraft herkommen ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×