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05.01.2007

07:57 Uhr

Verkauf der Generikasparte

Merck hat ein „Milliardenproblem“

Der geplante Verkauf des Geschäfts mit Nachahmerpräparaten hat den Aktienkurs des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck am Donnerstag kräftig nach oben getrieben. Der Titel war mit einem Plus von gut sechs Prozent Tagesgewinner im Nebenwerteindex MDax. Doch was hat Merck mit den zu erwartenden Milliarden aus dem Verkauf eigentlich vor?

Wohin mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Generikasparte? Es gibt mehrere Szenarien. Foto: dpa dpa

Wohin mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Generikasparte? Es gibt mehrere Szenarien. Foto: dpa

rob/lee FRANKFURT. Mit seinem Plan hat Merck nicht nur die Anleger überzeugt, sondern auch die Analysten. Mehrere Häuser stuften die Aktie am Donnerstag herauf. Die Merck-Sparte ist mit einem Umsatz von gut 1,8 Mrd. Euro die Nummer vier auf dem Weltmarkt für so genannte Generika, spielt aber auf dem deutschen Markt nur eine kleine Rolle. Das Unternehmen will sich nach dem Verkauf auf innovative Originalmedikamente konzentrieren. Das Handelsblatt hatte am Donnerstag exklusiv von den Verkaufsplänen berichtet.

Das familiengeführte Unternehmen will den Verkauf noch im ersten Halbjahr 2007 abwickeln, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Das Interesse an der Sparte sei groß, obwohl Merck mögliche Käufer noch nicht mit umfassenden Informationen versorgt habe. Neben dem französischen Sanofi-Aventis-Konzern soll auch der Schweizer Novartis-Konzern, der mit seiner Sandoz-Sparte die Nummer zwei auf dem internationalen Generikamarkt ist, bereits Interesse signalisiert haben.

Auch große Beteiligungshäuser denken über ein Engagement nach, heißt es in Finanzkreisen, selbst wenn sie noch nicht im Pharmabereich aktiv seien. „Die Flut an frischem Geld zwingt alle großen Private-Equity-Häuser, sich auch außerhalb ihrer Kernindustriebereiche nach Investitionsmöglichkeiten umzusehen“, heißt es in der Branche.

Ein Merck-Sprecher wollte sich zu den Verkaufsplänen nicht äußern. Experten schätzen den Wert der Generikasparte auf vier Mrd. Euro. Als Berater soll Merck die US-Investmentbank Bear Stearns engagiert haben, hieß es in Finanzkreisen. Den Informationen zufolge hat Bear Stearns gute Beziehungen zur Eigentümerfamilie. Die Investmentbank habe die Familie bereits vor kurzem beim Kauf der Schweizer Biotech-Firma Serono beraten.

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