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02.05.2011

15:03 Uhr

Verkauf der Umform-Sparte

ThyssenKrupp treibt die Konsolidierung voran

Den Stahlriesen ThyssenKrupp drücken Milliardenschulden. Im Zuge des Schuldenabbaus wird jetzt die Metal Forming-Sparte an den spanischen Zulieferer Gestamp verkauft - für einen Preis im dreistelligen Millionenbereich.

Rohstahlrollen in einem Stahlwerk von ThyssenKrupp bei Duisburg. Quelle: dpa

Rohstahlrollen in einem Stahlwerk von ThyssenKrupp bei Duisburg.

Essen/DüsseldorfDer Mischkonzern ThyssenKrupp stößt sein Geschäft mit Press- und Bauteilen für die Automobilindustrie an den spanischen Zulieferer Gestamp Automocion ab. Die Unternehmen hätten bereits einen Kaufvertrag unterzeichnet, teilte der größte deutsche Stahlkonzern am Montag mit. Nach der Zustimmung der Aufsichtsräte und der im Sommer erwarteten Freigabe durch die Kartellbehörden könne die Transaktion abgeschlossen werden. Ein Kaufpreis für die Metal Forming Gruppe wurde nicht genannt. Er liegt nach früheren Angaben aus Unternehmenskreisen im deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

ThyssenKrupp hatte ursprünglich bereits bis Ende des vergangenen Jahres über den Verkauf entscheiden wollen. Der Ruhrkonzern hatte insgesamt mit vier Interessenten verhandelt. Gestamp habe sich als der beste Kandidat erwiesen, sagte Thyssen-Krupp-Stahlchef Edwin Eichler. Die Sparte passe "ideal" zu seinem Konzern, sagte Gestamp-Chairman Francisco Riberas. Die Spanier traten in einem Konsortium zusammen mit einem Finanzinvestor auf.

In der Blechverarbeitung fertigt ThyssenKrupp unter anderem Karosserie- und Fahrzeugkomponenten wie Achs- und Getriebeträger. Rund 5700 Mitarbeiter sind an Standorten in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Polen, der Türkei und China beschäftigt. Der Umsatz lag zuletzt bei 1,1 Milliarden Euro. Gestamp erzielt mit rund 18.000 Mitarbeitern Erlöse von gut drei Milliarden Euro.

ThyssenKrupp hatte in den vergangenen Jahren das schleppende Geschäft mit Teilen für die Automobilindustrie restrukturiert und einzelne Bereiche verkauft. So verkaufte der Konzern 2009 die US-Gerüstbautochter Safway an einen Finanzinvestor und die Industrieservicesparte an die Frankfurter Wisag. Zudem wurden die Essener 2010 ihre griechische Werft HSY los, der weitgehende Verkauf der deutschen Werften an den arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar steht kurz bevor. Der neue ThyssenKrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger hat den Verkauf weiterer Unternehmensteile in Aussicht gestellt. Er hat dem Schuldenabbau höchste Priorität eingeräumt und alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt. Für die Dienstleistungstochter Xervon führt ThyssenKrupp seit längerem Verkaufsgespräche. Den Konzern drücken Nettofinanzschulden von 5,8 Milliarden Euro.

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