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16.03.2006

22:09 Uhr

Verkauf oder Börsengang

Großes Interesse an RWE-Wassersparte

Die vom Essener Energiekonzern RWE auf die Verkaufsliste gesetzten Wassergeschäfte in Großbritannien und den USA stoßen bei immer mehr Unternehmen auf Interesse. Damit ist aber der Plan, mit der Sparte an die Börse zu gehen, noch nicht vom Tisch.

HB HONGKONG/LONDON. Am Donnerstag kündigte die Hongkong ansässige Cheung Kong Infrastructure an, eine Übernahme der britischen Thames Water zu prüfen. Erst vor wenigen Tagen hatte der französische Wasserversorger Veolia mitgeteilt, sich die Unterlagen von Thames Water und der ebenfalls zum Verkauf stehenden RWE-Tochter American Water Works anschauen zu wollen. Zuvor hatte der Finanzinvestor Terra Firma Interesse an Thames Water angemeldet. Auch die australische Macquarie Bank, der spanische Baukonzern FCC und der britische Stromversorger Scottish and Southern Energy gelten als mögliche Bieter.

RWE hatte im November angekündigt, sich von seinem Wassergeschäft in Großbritannien und den USA zu trennen und sich wie sein größerer Konkurrent Eon auf das gewinnträchtigere Strom- und Gasgeschäft zu konzentrieren.

Mit dem Verkauf ist die Investmentbank Goldman Sachs betraut. Der Wert der beiden Töchter wird auf insgesamt 16 Milliarden Euro geschätzt. RWE erwägt bei beiden Unternehmen sowohl einen Verkauf als auch die Trennung durch einen Gang an die Börse. Mit den Einnahmen würden dem Konzern, in der vom Fusionsfieber gepackten Branche Mittel für eigene Übernahmen zufließen. Der Spielraum für Zukäufe werde nach dem geplanten Verkauf der Wassersparten noch größer, hatte Konzernchef Harry Roels erst kürzlich betont.

„Wir entscheiden im April, ob wir American Water an eine Gruppe langfristig engagierter Finanzinvestoren verkaufen oder an die Börse bringen“, sagte Roels in der am Donnerstag erschienenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Capital“. Sobald dies klar sei, werde sich der Konzern um eine Genehmigung der Regulierer bemühen. „In England starten wir den Prozess im zweiten Quartal, wenn der Prozess in den USA läuft“, kündigte Roels an. „Das Kaufinteresse ist übrigens groß“, fügte er hinzu.

Cheung Kong Infrastructure erklärte, die Überlegungen zu Thames Water befänden sich in einem frühem Stadium. Der Bieterprozess habe noch nicht begonnen. Das zum Hutchison Whampoa-Konzern gehörende Unternehmen ließ offen, ob es letztlich ein Gebot vorlegen werde. Die „Sunday Times“ hatte berichtet, Cheung Kong Infrastructure bereite ein Gebot in Höhe von umgerechnet etwa 11,4 Milliarden Euro für Thames Water vor. Aus Branchenkreisen war verlautet, wegen der für Thames Water zu zahlenden Summe sei ein Gebot eines Konsortiums wahrscheinlicher als eine Offerte nur eines Unternehmens.

RWE hatte Thames Water im Jahr 2000 für 7,1 Milliarden Euro gekauft und 2003 4,5 Milliarden Euro in den Kauf von American Water investiert. Sowohl bei Thames Water als auch bei American Water stehen in den kommenden Jahren hohe Infrastruktur-Investitionen an. Gleichzeitig können die Unternehmen wegen Auflagen der Regulierungsbehörden nur begrenzt ihre Preise erhöhen.

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