Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2006

11:48 Uhr

Verkauf von Saab und Hummer gefordert

Kerkorian-Berater kritisiert General Motors

VonJens Eckhardt

Der US-Autoriese General Motors Corp. verbrenne 24 Mill. Dollar pro Tag. Er habe Überkapazitäten, zu viele Marken und zu hohe Kosten. Die Zeit für schrittweise Verbesserungen sei vorbei

DETROIT. Sanierungsexperte Jerome York ging in die Vollen, als er am Dienstag in Detroit ans Rednerpult des Verbands der US-Autoanalysten, trat. „Bei GM muss der Krisenalarm ausgerufen werden, und zwar jetzt. Bei der Lösung der Krise darf es keine heiligen Kühe geben“, forderte York. Um die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen im Konzern auf die Überwindung der Krise zu konzentrieren, müsse GM für alle sichtbar Ziele für die nächsten drei Jahre setzen.

Konzernboss Rick Wagoner habe zwar Ziele gesetzt, müsse sie aber besser nach außen kommunizieren, sagte David Cole, Chef des Center for Automotive Research, gegenüber dem Handelsblatt. Er bezeichnete York als „sehr konstruktiven Kritiker“, der vom GM-Management keineswegs als Buhmann gesehen werde.

York, der wesentlichen Anteil an den Sanierungen von Chrysler Anfang der 80er und von IBM Anfang der 90er Jahre hatte, berät heute den Spielkasinomilliardär Kirk Kerkorian. Kerkorian hat sich vor Monaten mit knapp zehn Prozent bei GM eingekauft, seine Beteiligung aber inzwischen durch den Verkauf von zwölf Mill. Aktien auf 7,8 Prozent abgeschmolzen. York sieht dafür rein steuerliche Gründe und sagte, Kerkorian werde nicht nur die abgegebenen Anteile zurückkaufen, sondern weitere 12 Mill. Aktien erwerben, wenn er sehe, dass der Konzern zusammen mit der Gewerkschaft UAW die Sanierung ernsthaft vorantreibe.

Unter anderem plädierte York für die Straffung der Modellpalette durch einen Verkauf von Saab und Hummer, die Kürzung der Jahresdividende um die Hälfte auf einen Dollar pro Aktie und Abstriche an allen Bezügen, Angefangen bei Vorstand und Aufsichtsrat und bis hinunter zu den Arbeitern am Fließband. Je höher die Stellung, umso höher die Kürzungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×