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30.06.2011

21:11 Uhr

Verkaufsgerüchte

GM stärkt Opel den Rücken

VonCarsten Herz

General Motors Mutterkonzern äußert sich zufrieden mit der Entwicklung der Rüsselsheimer. Auf das lang ersehnte Bekenntnis zum Verbleib im Konzern müssen die Mitarbeiter aber weiter warten.

Opel-Aufsichtsratschef Nick Reilly: Mitarbeiter haben sich von ihm ein ein klares Bekenntnis zu Opel erhofft. Quelle: dpa

Opel-Aufsichtsratschef Nick Reilly: Mitarbeiter haben sich von ihm ein ein klares Bekenntnis zu Opel erhofft.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors hat sich erstmals seit dem Aufflammen neuer Verkaufsgerüchte schützend vor seine deutsche Tochter gestellt. Nach einer Aufsichtsratssitzung von Opel, an der auch amerikanische GM-Vertreter teilnahmen, trat das Unternehmen öffentlich Spekulationen entgegen, Opel habe keinen Rückhalt im Konzern mehr. „In der Tat ist GM sehr zufrieden damit, dass Opel/Vauxhall den Vorgaben seines Restrukturierungsplans voraus ist“, erklärte Opel-Aufsichtsratschef Nick Reilly.

Ein klares Bekenntnis zum Verbleib von Opel unter dem Konzerndach vermied GM jedoch weiterhin. GM habe betont, dass es sich grundsätzlich nicht zu Spekulationen äußere, bat Reilly um Verständnis.

Erstmals hatten sich gestern amerikanische GM-Manager und die Vertreter von Opel aus Deutschland auf der Aufsichtsratssitzung seit dem Aufflammen der neuen Verkaufsgerüchte für Opel wieder persönlich getroffen. In GM-Konzernkreisen heißt es, dass Überlegungen für einen Verkauf von Opel im Vorstand des Mutterkonzerns bisher nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

Es sei weder ein Verkaufsprozess in die Wege geleitet worden, noch seien die üblichen GM-Bankenberater – JP Morgan Chase & Co., Morgan Stanley, Evercore Partners Inc. und die deutsche Commerzbank mandatiert worden, sich mit dem Thema zu befassen, heißt es von mehreren mit der Situation vertrauten Personen.

Nach wochenlangen Schweigen bemüht sich GM damit nun, die Wogen wieder zu glätten. Denn seit Anfang Juni herrscht in Rüsselsheim neue Unruhe. Nach Medienberichten über angebliche Verkaufspläne hatte GM für Unsicherheit gesorgt, weil der Konzern bis heute auf ein klares Dementi verzichtet hat. Intern versicherte GM-Boss Dan Akerson Opel zwar, dass es aktuell keine Verkaufsgespräche oder Kontakte mit anderen Herstellern gebe.

Einen Treueschwur für die Zukunft gab es aber nicht: Akerson hält sich für die Zukunft alle Optionen offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte GM bereits vor Wochen aufgefordert, rasch für Klarheit zu sorgen.

Mit den jüngsten Aussagen gehen die Amerikaner jetzt einen Trippelschritt auf die deutsche Politik zu. GM hatte angesichts seiner damals nahenden Pleite schon vor zwei Jahren versucht, die deutsche Tochter zu verkaufen. Nach einem Neustart aus einem Insolvenzverfahren brachen die Amerikaner jedoch im Herbst 2009 einen geplanten Verkauf von Opel an den austro-kanadischen Zuliefererkonzern Magna in letzter Minute ab und beschlossen, die deutsche Tochter selbst zu sanieren.

Die neuen Gerüchte sind für Opel eine schwere Belastung: Das bisherige Schweigen der Amerikaner erschüttere zum einen das Vertrauen des Handels und der Mitarbeiter der Adam Opel AG in die Konzernmutter, hatte der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Kfz-Gewerbes, Robert Rademacher, jüngst im Handelsblatt kritisiert.

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