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03.04.2013

15:16 Uhr

Verkaufszahlen

Europas Autoabsatz sinkt auf Rekordtief

Am europäischen Automarkt bleibt die Lage düster. Die Verkaufszahlen sind im Februar auf ein Rekordtief gesunken - und mittlerweile zieht die Krise auch die deutschen Hersteller mit.

Die deutschen Autohersteller verdienen nur am Export noch gut. dapd

Die deutschen Autohersteller verdienen nur am Export noch gut.

BrüsselDer Pkw-Verkauf sackt nun selbst in Deutschland, eigentlich Hoffnungsträger inmitten der Euro-Wirtschaftskrise, kräftig ab. Die Zahl der Neuzulassungen brach im März verglichen mit dem Vorjahresmonat um 17,1 Prozent auf rund 281 000 Fahrzeuge ein, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Hinzu kommt, dass die deutschen Autobauer mit schwächerer Nachfrage aus dem Ausland zu kämpfen haben.

Im ersten Quartal lag der Rückgang der Zulassungen bei 12,9 Prozent auf 674.000 Personenwagen (Pkw). Unter den großen Herstellern musste Volkswagen besonders große Einbußen hinnehmen. Im März lag das Minus bei 21,2 Prozent, im ersten Vierteljahr bei 17,0 Prozent. VW hatte im ersten Quartal mit 21,3 Prozent aber nach wie vor den mit Abstand größten Marktanteil. Es folgen Mercedes (9,3 Prozent), Audi und BMW (je 8,2 Prozent).

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies darauf hin, dass im März diesmal zwei Arbeitstage weniger vorhanden waren. „Deswegen fällt der Rückgang im Vergleich zum recht ordentlichen März 2012 besonders deutlich aus“, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann. „Aber wir sehen auch, dass die schwierige konjunkturelle Lage in Europa sich auch auf den deutschen Pkw-Markt auswirkt.“ Er erwarte jedoch, dass sich der Markt im zweiten Quartal stabilisiert. „Denn der wirtschaftliche Ausblick für Deutschland ist derzeit weiterhin robust.“

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die zusätzlichen Arbeitstage im April könnten zwar zu einem verbesserten Ergebnis beitragen, doch insgesamt wird 2013 für die Kfz-Industrie ein Jahr mit vielen Herausforderungen bleiben“, erklärte Volker Lange, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Die Fertigung in den deutschen Werken wurde nach VDA-Angaben im März um 13 Prozent auf 474.900 Pkw gedrosselt. Seit Januar wurden 1,33 Millionen Autos im Inland produziert - das entspricht einem Minus von 11 Prozent. „Den schwachen Markt in Europa spüren wir vor allem in unseren Inlandswerken“, bemerkte Wissmann.

Auch beim Export mussten die deutschen Autoproduzenten den Rückwärtsgang einlegen. Sowohl im März als auch im ersten Quartal betrug das Minus nach VDA-Angaben neun Prozent. Im März wurden 367 200 Pkw an ausländische Kunden ausgeliefert, in den ersten drei Monaten waren es zusammen 1,03 Millionen.

In Deutschland verkauften im ersten Quartal alle großen Hersteller weniger Autos. Nach VW verlor Opel mit einem Minus von 15,5 Prozent am meisten, gefolgt von Audi (minus 6,0), Mercedes (minus 3,6) und BMW (minus 2,7). Unter den deutschen Marken verzeichnete lediglich Smart einen Zuwachs - um 3,3 Prozent. Bei den Importeuren erzielte Seat das größte Plus (21,7 Prozent), gefolgt von Land Rover (16,1 Prozent).

In den vergangenen zehn Jahren sind deutsche Autobauer der internationalen Konkurrenz davongefahren. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach steigerten sie ihren Umsatz seit 2003 um insgesamt 78 Prozent, während japanische Hersteller nur um 23 Prozent zulegten. Bei anderen europäischen Autobauern gingen die Erlöse in dem Zeitraum um 7 Prozent zurück, bei den US-Herstellern sogar um 15 Prozent. Für die Studie wurden die Bilanzen der 17 größten Autokonzerne weltweit ausgewertet.

Kommentare (9)

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Brasil

03.04.2013, 16:55 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

PLUTO

03.04.2013, 17:44 Uhr

Das macht doch alles nichts. Wir haben in den Medien, der Politik und interessengelenkten Wissenschaft so viele Schönfärber und Gesundbeter, dass der Aufschwung um die nächste Ecke schon wartet.

Die Arbeitslosenzahlen in Europa haben Rekordhoch. "Bei diesen Daten handelt es sich wohlbemerkt nur um die offiziellen weichgespülten Arbeitslosenquoten nach ILO-Definition, dem Verhältnis aus den Beschäftigten zu den Erwerbsfähigen die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Millionen Erwerbsfähige die angeblich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (Nichterwerbspersonen, Inaktiv oder auch Not in Labor Force) spielen bei Arbeitslosenquote- und zahl keine Rolle. Nach dem weichgespülten Labour-Force-Konzept der International Labour Organization (ILO) gilt jede Person im erwerbsfähigen Alter als beschäftigt, die in einem einwöchigen Berichtszeitraum mindestens eine Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen einer selbstständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet hat. Auch wer sich in einem formalen Arbeitsverhältnis befindet, das er im Berichtszeitraum nur vorübergehend nicht ausgeübt hat, gilt als beschäftigt. Als arbeitslos gilt nur, wer aktiv im letzten 4-Wochenzeitraum nach einem Job gesucht hat und eine neue Arbeit innerhalb von zwei Wochen aufnehmen kann. Personen im erwerbsfähigen Alter, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, gelten als Nichterwerbspersonen und spielen bei der Ermittlung der offiziellen Arbeitslosenquoten und -zahlen keine Rolle" (s.http://www.querschuesse.de/dfpigs-arbeitslosenquoten-fur-februar-2013/).

Deutschland interessiert das nicht. MacKinsey macht Mut mit Wachstumsraten aus Alices Wunderland, und obwohl unsere erklärte Politik alles in den Orkus reißt in Euroland, sind wir die personifizierte Zugmaschine. Kann der Nebel der Verblendung wirklich so groß sein, dass das auch noch welche glauben?

Hermosa

03.04.2013, 17:46 Uhr

Gut so!

Die Vehicles sind ohnehin zu teuer!

Wenn man bedenkt, dass jedes 3. Auto nicht mehr in der EU produziert wird, sondern in Billiglohn-Ländern!

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