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11.06.2013

14:29 Uhr

Verlagerung ins Ausland

900 Arbeitsplätze bei Schaeffler gefährdet

Der extreme Kosten- und Wettbewerbsdruck zwingt Schaeffler zum Handeln. Der Autozulieferer plant seine Radlagerproduktion ins Ausland zu verlagern. Schaeffler sucht nun nach einer sozialverträglichen Lösung.

Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld (l) und der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger. dpa

Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld (l) und der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger.

SchweinfurtDer Autozulieferer Schaeffler will seine Radlagerproduktion in den kommenden drei Jahren von Schweinfurt ins Ausland verlegen. Damit seien fast 900 Arbeitsplätze gefährdet, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Herzogenaurach. Grund sei der extreme Kosten- und Wettbewerbsdruck.

Schaeffler stellt Rad- und Wälzlager für die Autobranche und die Industrie her. Die kommenden drei Jahre sollen nun genutzt werden, um mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften sozialverträgliche Lösungen für die Belegschaft auszuhandeln. „Betriebsbedingte Kündigungen bei der Stammbelegschaft sollen vermieden werden“, sagte der Sprecher. Etwa 300 Stellen der Automotive-Arbeitsplätze in Schweinfurt sollen erhalten bleiben.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Das fränkische Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach hat im vergangenen Jahr gut 11 Milliarden Euro Umsatz und 884 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Weltweit beschäftigt Schaeffler etwa 76 000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 29 000.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

11.06.2013, 15:47 Uhr

"884 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet" Ist natürlich auch mager ;-(
Da soll sich Schäffler auch gleich die Käufer der bestückten Autos im Ausland suchen, hiertzulande hat man ja kein Geld mehr. War heute erst im HB zu lesen, daß der Autoabsatz einbricht - warum wohl?
Schäffler trägt sein Scherflein dazu bei, 900 Käufer weniger.

Dafür brauchenwir dann weniger Billig- nein, natürlich Fachkräfte aus dem Ausland.

freddi

18.06.2013, 10:53 Uhr

Sehe ich genauso!
M.f.G.
Friedrich

Account gelöscht!

23.06.2013, 11:40 Uhr

Die Kündigung der Mitarbeiter im Schäffler Werk Schweinfurt sind sicherlich schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter. An dieser Stelle sollte man jedoch an merken, dass Schäffler sich diesen Schritt bestimmt mehrfach und ausführlich überlegt hat.

Meiner Meinung nach hat die steigende Anzahl an Konkurrenten aus Asien zu diesem Schritt geführt. Durch die immer günstiger Produzierten Produkte die den Markt überfluten, wird das Preisniveau gedrückt. Länder, wie Deutschland, die deutlich höhere Löhne zahlen müssen, sind durch diese Entwicklungen stark betroffen, und daraus resultieren dann Werkschließungen wie jene in Schweinfurt.

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