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31.10.2011

10:02 Uhr

Verlagerung ins Ausland

BMW will weniger in Deutschland produzieren

Autobauer BMW verlagert seine Produktion weiter ins Ausland. Leitlinie des Unternehmens: "Die Produktion folgt dem Markt."

Nur noch die Hälfte der BMWs wird in Deutschland produziert. dapd

Nur noch die Hälfte der BMWs wird in Deutschland produziert.

MünchenDer Oberklasse-Hersteller BMW baut mittlerweile nur noch gut die Hälfte seiner Autos in Deutschland und verlagert die Produktion weiter ins Ausland. „Noch im Jahr 2002 produzierten wir etwa 70 Prozent unseres Absatzes in Deutschland, Ende 2010 waren es 62 Prozent, inzwischen sind es nur noch 58 Prozent“, sagte Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt der Fachzeitschrift „Automotive News Europe“. Mittelfristig werde sich die Verteilung zwischen Deutschland und dem Ausland weiter „in Richtung 50:50“ verschieben, auch weil der Konzern die Kapazitäten in China und den USA aufstocke. Noch in diesem Jahr will BMW zudem über einen Standort in Brasilien entscheiden.

Wie bei vielen Autobauern lautet auch BMWs Leitlinie seit langem: „Die Produktion folgt dem Markt.“ Im Heimatland verkauft der Münchener Hersteller derzeit weltweit die meisten Fahrzeuge, allerdings folgen die Vereinigten Staaten dicht dahinter, und auch China holt rasant auf. Deutschland werde mit insgesamt acht Standorten „immer das Rückgrat unserer Produktion“ bleiben, bekräftigte Arndt. Für 2011 und 2012 seien weitere zwei Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen. „Das nächste Paket für 2013/14 wird in Kürze geschnürt.“

Die Produktion werde unterdessen immer effizienter. „Sieben bis acht Prozent pro Jahr im Schnitt sind unser Ziel“, sagte der BMW-Vorstand. Nach 15 Prozent im Jahr 2010 werde der Produktivitätsfortschritt 2011 „mehr als zehn Prozent“ betragen. „Und das bei elf neuen Anläufen in diesem Jahr und wiederum mehr als zehn im Jahr 2012.“

Der Münchener Konzern profitiert von der großen weltweiten Nachfrage nach Oberklasse-Fahrzeugen und spürt wie die Rivalen Mercedes und Audi keine Krisenanzeichen. BMW und Daimler machen deshalb über den Jahreswechsel nur eine Woche Werksferien an vielen Standorten. Auf ein Ende des Absatzbooms fühlen sich die Münchener aber gut vorbereitet. „Wir können Volumenschwankungen von 20 bis 30 Prozent in unserem Netzwerk abfedern, ohne gleich in die roten Zahlen zu kommen“, sagte Produktionschef Arndt kürzlich.

Von

rtr

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