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17.01.2007

07:48 Uhr

Verlust bei Airbus

EADS warnt vor weiteren Rückschlägen

Der A380, das größte Passagierflugzeug der Welt, macht EADS weiter zu schaffen. Wegen der Lieferverzögerungen rechnet der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern mit einem Verlust bei seiner Tochter Airbus im Jahr 2006. Und es könnte noch dicker kommen.

Der doppelstöckige A380 kostet EADS im Moment sehr viel Geld. Foto: ap Quelle: ap

Der doppelstöckige A380 kostet EADS im Moment sehr viel Geld. Foto: ap

HB MÜNCHEN. Der Airbus-Verlust drücke auch auf den operativen Gewinn von EADS, teilte der Konzern am Mittwoch mit, ohne detaillierte Zahlen zu nennen. EADS rechne aber damit, dass die anderen Konzernbereiche den Verlust von Airbus in etwa ausgleichen könnten.

„Bestimmte Einmalaufwendungen in der Folge der Ausgleichszahlungen an Kunden, von Abschreibungen auf Anlagevermögen oder von finanziellen Auswirkungen von Power 8, die ursprünglich für 2007 und später erwartet wurden, dürften nun voraussichtlich bereits 2006 berücksichtigt werden“, begründete das Unternehmen den voraussichtlichen Verlust. Die Ausgleichszahlungen fallen wegen der Lieferverzögerungen an, Power 8 ist das Sparprogramm, mit dem Airbus wieder auf Kurs gebracht werden soll.

Zudem räumte der Konzern ein, dass weitere, bislang nicht erwartete Kosten für den A380 anfallen könnten. Details nannte EADS nicht. Wegen der auf zwei Jahre angewachsenen Lieferverögerungen beim Riesenflieger hatte der Konzern bereits Milliardenkosten ausgewiesen – zum einen wegen der Gewinne, die Airbus entgehen, zum anderen wegen Schadenersatzzahlungen an die Fluggesellschaften, die den A380 bestellt haben. Daraufhin war der Aktienkurs in den Keller gegangen.

An der kurzen Leine

Bereits im dritten Quartal hatten die A380-Probleme und die daraus entstehenden finanziellen Bürden EADS in die Verlustzone gedrückt. Mit Power 8 sowie strukturellen Veränderungen will EADS die Tochter Airbus aus der Krise holen. Das Sparprogramm soll bis 2010 insgesamt rund 5 Mrd. Euro und ab 2010 jährlich 2 Mrd. Euro einsparen. Zudem nahm EADS die Tochter stärker an die Kandare. Der französische Co-Chef von EADS, Louis Gallois, ist zugleich Airbus-Chef und EADS-Finanzchef Hans Peter Ring hat diesen Posten auch bei Airbus inne.

EADS betonte, dass die Arbeiten am Konzernabschluss 2006 noch nicht abgeschlossen seien. Der Abschluss und die Billigung durch den Aufsichtsrat würden für den 8. März erwartet. Auch Wirtschaftsprüfer hätten die Aussagen bislang noch nicht bestätigt.

Airbus will am Vormittag in Paris seine Bilanz der Auslieferungen und Bestellungen für 2006 präsentieren. Es wird erwartet, dass Airbus erstmals seit 2000 bei den Bestellungen wieder hinter den Erzrivalen Boeing zurückgefallen ist. Bei den Auslieferungen liegen die Europäer vermutlich noch vor den Amerikanern.

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