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25.01.2007

16:13 Uhr

Verlust überwunden

Fiat Auto verdient wieder Geld

Der Fiat-Konzern hat im vergangenen Jahr die Wende in seiner Autosparte geschafft und erstmals seit 2000 wieder mit Autos Geld verdient. Das verdankt der italienische Autobauer besonders einem Modell.

HB MAILAND. Die jahrelang kriselnde Autosparte erzielte einen Gewinn von 291 Mill. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 281 Mill. Euro angefallen war. Beim Absatz übertraf Fiat die Marke von zwei Mill. und schnitt damit so gut ab wie seit fünf Jahren nicht mehr. 2006 sei das Jahr gewesen, in dem die drei Jahre lang dauernde Sanierung des Unternehmens abgeschlossen worden sei, teilte Fiat am Donnerstag mit.

Das Unternehmen stand zeitweise am Rande des Zusammenbruchs. Für den Erfolg der Sanierung wird maßgeblich Fiat-Chef Sergio Marchionne verantwortlich gemacht. Dieser war 2004 zu dem Industriekonzern gekommen und hat seither die Kosten drastisch reduziert, Allianzen geschmiedet und neue Modelle auf den Markt gebracht.

Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen seinen Marktanteil besonders wegen des guten Absatzes des neuen Grande Punto stärker als andere europäische Autokonzerne. Auf dem Heimatmarkt Italien übertraf das Unternehmen so sein Ziel eines Marktanteils von 30 Prozent. „Die Gruppe ist nun auf Wachstum und Expansion eingestellt“, teilte Fiat mit. Im laufenden Jahr setzt das Unternehmen auf zwei neue Modelle, den Bravo und den Kleinwagen Cinquecento. Der Markt in Westeuropa werde sich stabil entwickeln.

Von dem Erfolg des vergangenen Jahres sollen zum ersten Mal seit fünf Jahren auch die Aktionäre ihren Teil abbekommen. Insgesamt sollen etwa 276 Mill. Euro als Dividende ausgeschüttet werden, wie der Konzern weiter mitteilte. An der Börse wurden die Zahlen dennoch negativ bewertet: Die Aktien fielen bis zum frühen Nachmittag um 1,17 Prozent auf 15,90 Euro.

Marcionne, der in diesem Jahr die Führung der Autosparte abegeben will, hatte dem Industriekonzern im November ehrgeizige Wachstumsziele für die kommenden Jahre verordnet. Bereits im laufenden Jahr soll der Gewinn vor Sonderposten der gesamten Gruppe auf 2,5 bis 2,7 Mrd. Euro steigen, wie Fiat am Donnerstag bekräftigte. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis auf dieser Basis bei 1,95 Mrd. Euro. Mit Autos, Lastwagen, Traktoren und Baumaterial setzte Fiat insgesamt 51,8 Mrd. Euro um, das sind 11,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Autosparte allein ist für etwas weniger als die Hälfte verantwortlich.

Analysten bezweifeln jedoch, dass der Konzern, zu dessen Automarken neben Fiat auch Lancia und Alfa Romeo gehören, seine Ziele erreicht. 2007 sei das Jahr, in dem sich zeige, ob der Schwung beibehalten werden könne, sagte Stephen Cheetham von Sanford Berstein. „Die entscheidende Frage ist: Kann es noch besser werden?“

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